Blog-Archiv

Wednesday, August 21, 2024

Thessaloniki bis Alexandropouli

Between Gyros, breathtaking landscapes and myths about gods, Greece has started into the race as one of our favourite countries. Ten years after our first bicycle roundtrip here, we still recognize some of the old magic although the dry hot summer is anything but an ideal time for travelling this area. We skip most archaeological highlights and sometimes cool down in the sea several times per day. In the meantime, we try to find our travelling rhythm again after four weeks off the bikes, and come to terms with the sad fact that the whole Balkan is bathing in garbage and apart from us, nobody seems to mind.

Zwischen Gyros, Göttersagen und grandioser Landschaft ist Griechenland als eines unserer Lieblingsländer ins Rennen gestartet. Zehn Jahre nach unserer ersten Fahrradrundreise hier erkennen wir einen Teil der alten Magie wieder, auch wenn der trockene Hochsommer einfach nicht die ideale Reisezeit für diese Gegend ist. Wir kühlen uns teils mehrmals täglich im Meer ab und verzichten dafür weitestgehend auf archäologische Höhepunkte. Dazwischen versuchen wir, nach der vierwöchigen Radlabstinenz langsam wieder in unseren Reiserhythmus zu finden und mit der traurigen Wahrheit zurecht zu kommen, dass sich der komplette Balkan im Müll suhlt und außer uns anscheinend niemand ein Problem damit hat.

Sonntag, 4. August:
Vom Gesang des Männerchores in der Kirche aufgeweckt und angelockt, besuche ich spontan den Sonntagsgottesdienst. Oder zumindest die letzten anderthalb Stunden davon. Was für ein Erlebnis! Der Ablauf kommt mir aus der katholischen Kirche sehr bekannt vor, ist aber wesentlich ausführlicher und komplett gesungen. Die paar Silben Griechisch, die ich mittlerweile verstehe, helfen mir zu erkennen, wo wir grade sind.
Woken up and lured by the men's choir in church, I spontaneously visit the Sunday mass. Or at least the last hour and a half of it. What an experience! The procedure seems quite familiar to me from Catholic church, but it's way more elaborate and all sung. The few Greek syllables I understand help me to know where we are.

Am Abend sind wir bei Deans Eltern zum Essen eingeladen. Schön, sie nach so langer Zeit unverändert quirlig und fidel wiederzusehen!
In the evening, we are invited at Dean's parents' holiday home for dinner. It's so nice to see them bubbly and unchanged after such a long time!


Montag, 5. August:
Neues Lieblingsfrühstück: Griechischer Joghurt mit Honig vom Verkaufsstand eines Bauern direkt an der Straße, Nüssen und frischen Weintrauben von Deans Eltern.
Our new favourite breakfast: Greek yoghurt with honey from a farmer's vending stall right next to the road, nuts and fresh grapes from Dean's parents' garden.

Wir verbringen den Tag mit letzten Besorgungen in der Stadt und machen abends mit Dean einen Spaziergang an der Stadtmauer entlang bis zur ehemaligen Festung von Thessaloniki. In einem Wohnviertel wird ein Straßenfest mit Grill, Bar und Liveband gefeiert - zu Ehren eines kleinen Täuflings, der längst im Bett ist.
During the day, we have a few errands to run in the city, and in the evening, Dean takes us for a stroll along the old city wall to the former fortress of Thessaloniki. There's a street festival in a residential area, with barbecue, drinks and a live band - to celebrate the christening of a young fellow who had to go to bed long ago.


Dienstag, 6. August:
Mein bisheriger Lenker und noch ein paar andere Gepäckstücke, die wir nicht (mehr) brauchen, werden bruchsicher verpackt und zur Post gebracht. Insgesamt specken wir knappe 10 Kilo ab.
My old handlebar and some other items we don't need (anymore) get packed safely and taken to the post office. In total, we lose nearly 10 kilograms.


Mittwoch, 7. August:
Es geht weiter!
The journey continues!
Herrenaufstellung zum Abschied von Dean. Zum Vergleich: Die Damenaufstellung genau hier im Mai 2014 -> Link zum Blog
Gentlemen's line-up to say goodbye to Dean. In comparison: The ladies' line-up at exactly the same spot in May 2014 -> Link to the blog

Schon seltsam: Wochenlang hat uns in dieser Straße niemand angesprochen. Kaum hocken wir wieder auf bzw. neben unseren Rädern, will sich plötzlich jeder mit uns unterhalten. Die ältere Nachbarin von Dean, der nächste Nachbar zwei Häuser weiter. Ein Ladenbesitzer in dem Einkaufszentrum, wo wir im Schatten parken, weil wir beide Kopfweh haben, bietet uns Wasser an. Und beim Mittagessen gesellt sich ein anderer Gast zu uns, dem unsere Art des Reisens gefällt und der zunächst alles über unsere Tour wissen will, bis ich ihn auf sein gutes Deutsch anspreche und er uns seine Geschichte erzählt: Er wuchs hier bei seiner Oma auf und kam erst mit 16 Jahren zu seinen Eltern nach München, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Abitur, Studentenjob bei McDonald's, um seine Ausbildung zu finanzieren, Filialleiter am Stachus in einem der zehn umsatzstärksten McDonald's-Restaurants weltweit mit über 200 Mitarbeitern. Ein super Typ, mit dem wir noch den ganzen Nachmittag ratschen könnten!
Isn't it curious that for weeks, nobody has approached us in this street. As soon as we sit on or next to our bikes, suddenly everybody wants to chat with us. Dean's elderly neighbour, another neighbour two houses down. A shop owner in a shopping centre where we park in the shade because we both have a headache, who offers us some water. And during our lunch break, another guest joins us at our table because he likes the way we travel. First, he wants to know everything about our tour until I ask him about his remarkable German. Now he tells us his story: He grew up here with his grandmother and only joined his parents in Munich at the age of 16, without speaking a word of German. Graduated, worked at McDonald's to finance his apprenticeship, became the manager of the downtown Munich McDonald's restaurant, one of the ten branches with the biggest turnover worldwide with over 200 employees. Such a great guy, we could talk to him all day!
Geschafft! Wir stehen auf 540 Metern Höhe, dem höchsten Buckel zwischen Thessaloniki und der Türkei, und genießen die Aussicht auf die beiden Seen unter uns. Irgendwo da unten würden wir heute gern zelten...
Done! Standing on 540 metres above sea level, the highest altitude between Thessaloniki and Turkey, we enjoy the view of the two lakes beneath us. Somewhere down there, we would like to camp tonight...
Ist das ein Vulkan? Keine Ahnung.
Is that a volcano? No idea.
Auf den abgeernteten Getreidefeldern blüht derzeit überall ein lila Unkraut mit dem Spitznamen "Deutsche". Wir sind wohl weithin für unsere Durchsetzungskraft, Geduld, Ausdauer, den Fleiß und ein hübsches Erscheinungsbild bekannt :-)
There's this purple weed on all the harvested crop fields which they nickname "German" here. Seems to me like we're well known for our assertiveness, patience, endurance, hard work and pretty appearance :-)
Ein paar Arbeiter, die Wasserschläuche aus einem Maisfeld ziehen, warnen uns vor den Wildschweinen, als wir sie fragen, ob wir hier unser Zelt aufstellen dürfen. Ach ja stimmt, wir haben heute auch schon zwei davon gesehen! Die schienen uns zwar eher menschenscheu zu sein, aber sicher ist sicher.
Some workers who are pulling water hoses out of a corn field, warn us about the wild boars when we ask them if we can pitch our tent here. Oh yes, that's right, we saw two of them today! They looked rather shy of humans, but better be safe.
Wir folgen der Beschreibung, die sie uns mit dem Finger in den staubigen Boden zeichnen, und landen auf diesem verlassenen Reiterhof. Die Platanen um uns herum haben schon so viele Blätter verloren, dass wir heute Nacht ungewöhnlich weich liegen!
We follow the directions they draw into the dust on the ground with the finger, and end up in this deserted equestrian farm. The plane trees around us have lost a lot of leaves already, which makes an unusually soft bed for the night!

Gefahrene Strecke: 44,26 km
Anstieg: 528 m
Durchschnitt: 13,88 km/h
Nachtlager: Pferdehof bei Scholari


Donnerstag, 8. August:
Schildkröte im Pferdehof.
Turtle in the equestrian farm.


Die beiden Seen, die aus der Entfernung mit ihrem kühlen Blau locken, haben schon länger kein frisches Wasser mehr bekommen. Aus unserem Bad wird also nix. Dafür genießen wir die winzige Brise während der Fahrt und ein Mittagessen mit tierischem Besuch am Ufer, bei dem wir lernen, dass Gänse fauchen können und Zähne haben. Aber wir sehen einfach nicht ein, warum wir ihnen salzige Pommes füttern sollten.
The two lakes drawing us from afar with their cool blue colour, haven't gotten any fresh water for a while. So no refreshing bath now. Instead, we enjoy a tiny breeze during our ride and lunch with animal visitors on the water's edge which teaches us that geese can hiss and have teeth. But we just don't see why we should feed them salted fries.
Siesta unter einem riesigen Baum. Danach ist es nicht mehr weit bis an die Mittelmeerküste, wo wir endlich ins Wasser springen und sogar eine Stranddusche finden. Auf der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz landen wir in einem Stadtpark, in dem bereits vier Fahrradtouristen aus Bosnien kampieren. Und tatsächlich: Kein Mensch schert sich um die bunten Zelte zwischen den Bäumen. Ha!
Siesta under a giant tree. Afterwards, it's not far to the coast where we jump into the water finally and even find a beach shower. Our search for a suitable tent spot leads us to a municipal park where four of our colleagues from Bosnia already have set up camp. We cannot believe it, but nobody takes notice of the colourful tents between the trees. Ha!

Gefahrene Strecke: 50,82 km
Durchschnitt: 17 km/h
Nachtlager: Stadtpark in Stavros


Freitag, 9. August:
Sonnenaufgangsstimmung im Stadtpark. Endlich Ruhe! Die zwei Strandbars links und rechts von dem Gelände haben gestern ab 23 Uhr so richtig aufgedreht, nachdem tagsüber kaum etwas los war. Oh Mann!
Sunrise in the park. And silence finally! There are two beach bars left and right from the trees, and after a rather quiet evening, they turned up the music at 11pm. Oh man!
Weiterfahrt an der Küste entlang. Auf einmal stehen wir vor dem riesigen Löwen von Amphipolis, einem Grabmonument aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Es war lange Zeit verschüttet und in Einzelteile zerfallen, seit 1937 steht es wieder. Schon beeindruckend!
We continue on along the coast. Suddenly, we stand in front of the huge Lion of Amphipolis, a grave monument dating back to the 4th century BC. For a long time, it was buried and fallen into pieces, but since 1937 it's fully rebuilt. Quite impressive!

Kaum zu glauben, wie schwer es ist, zwischen den unzähligen Strandbars, die die komplette Küste säumen und zu einer endlosen Partyzone umfunktionieren, ein ruhiges, schattiges Plätzchen für eine Siesta zu finden. Kurz bevor wir aufgeben, entdecken wir diese paar Bäume an einer rumpeligen Kiesstraße und breiten unsere Plane aus. Herrlich!
Who would think it's so hard to find a quiet place in the shade for a siesta between all the countless beach bars lining the whole coast and turning it into an endless party zone? Shortly before giving up, we discover these few trees next to a bumpy gravel road and lay our tarp down. Awesome!

Heute hätten wir gerne mal wieder geduscht, aber daraus wird nix. Als der abendliche Kohldampf sich meldet, gibt es außer einer Imbissbude auf dem Besucherparkplatz des byzantinischen Apollonia Turmes keine Versorgungsmöglichkeit. Wir essen also unser überraschend gutes Sandwich mit gegrilltem Fleisch und genießen die Aussicht auf das antike Bauwerk über uns, die versteckte Bucht unter uns und - bunte Zelte am Strand!
We would have loved to have a shower again today, but no dice. When our evening famine kicks in, there are no supplies anywhere to be found apart from a food truck on the parking lot next to the Byzantine Tower of Apollonia. So, we eat our surprisingly good sandwich with grilled meat, looking at the ancient building above us, the hidden bay underneath us and - colourful tents on the beach!

Gefahrene Strecke: 59 km
Anstieg: 111 m
Durchschnitt: 15,16 km/h
Nachtlager: am Strand unterhalb des Apollonia Turmes


Samstag, 10. August:
Morgendämmerung vom Zelt aus. So haben wir es gern.
Dawn seen from our tent. We sure like that.
Über unserem Zelt thront der Apollonia Turm. Wir belassen es jedoch bei der Betrachtung von außen, weil der sandige Rückweg hoch zur Straße anstrengend genug ist.
The Apollonia Tower is enthroned high above our tent. We leave it with the outside view though, because hiking the bikes back up the sandy path to the road is hard enough.
Perfekter Platz für eine Siesta: Badestrand mit Dusche, Schattenfleck unter einem Baum mit grünem Gras - eine absolute Rarität!
Perfect spot for a siesta: Swimming beach with shower, shady patch of green grass under a tree - a very rare occasion!
Kavala aus der Ferne: eine schöne Stadt, aber der Campingplatz existiert leider nicht mehr.
Kavala from afar: a picturesque city, but unfortunately, the campground doesn't exist anymore.
Beim Vorbeifahren bewundern wir das Aquädukt, die verwinkelten Gassen in der Altstadt und ein offizielles Verkehrsschild: "Konstantinopel 460 km". Zeitreise inbegriffen, oder wie?
Riding through downtown, we admire the aqueduct, the labyrinth of alleys and an official traffic sign: "Constantinople 460 kms". Does that journey include time travel, or what?

Gefahrene Strecke: 54,8 km
Anstieg: 318 m
Durchschnitt: 17 km/h
Nachtlager: Campingplatz in Nea Karvali


Sonntag, 11. August:
Die heutige Strecke auf der alten Nationalstraße ist nicht schwer, vor allem weil wir den Seitenstreifen zur Verfügung haben, aber voll langweilig und zäh. Drum folgen wir spontan einem Touristenschild Richtung Naturpark Nestos Delta, in der Hoffnung auf ein bisschen schattiges Grün. Oje, weit gefehlt! Was wir vorfinden, ist eine ausgedorrte Agrarlandschaft mit kleinen Dörfern, in denen man keinen Menschen sieht oder hört.
Today's stretch on the old National Road is not hard, especially because we've got a shoulder, but super boring and tedious. That's why we follow a tourist sign towards the Nestos Delta nature park on a whim, hoping for some shady green there. Oi, far wrong! What we find is completely sere agricultural land with little villages, but not a single person anywhere.
Auf dem so genannten Naturcampingplatz weist man uns eine Parzelle zu, die so eng ist, dass wir unser Zelt kaum aufbauen können. Schatten gibt es, allerdings nur dort, wo die Autos parken.
At the so-called nature camp, we are assigned a lot that's so narrow we can hardly set up our tent in it. There is shade, but only where cars park.

Gefahrene Strecke: 71,14 km
Anstieg: 176 m
Durchschnitt: 17,66 km/h
Nachtlager: Campingplatz am Strand von Mandra


Montag, 12. August:
Die Weiterfahrt an der Lagune im Delta Nestos Nationalpark mit dem schwimmenden St. Nikolauskloster und den weißen Flamingos bietet endlich die Abwechslung, die wir gesucht haben. Gut, dass wir den kleinen Umweg gefahren sind!
Riding along the laguna in the Delta Nestos national park, we finally get the change of scenery we've been looking for. The swimming monastery of St. Niklas and the white flamingos make the little detour worth it.

Freiluftmuseum an der Straße.
Outdoor museum next to the road.
Und dann diese Überraschung: eine Herde Wasserbüffel bei der Mittagspause. Beziehungsweise der Hirte macht Pause unter einem Baum, während die Büffel halt so vor sich hinbüffeln.
And then this surprise: a herd of water buffalo taking a lunch break. Or else, their shepherd is taking a break under a tree while the buffalo are doing their buffalo thing in the water hole.

Ein Bild, das genauso gut auch im Wilden Westen oder in Afrika entstanden sein könnte, oder?
A picture which could have been taken in the Wild West or in Africa just the same, eh?
Ansonsten sehen wir hauptsächlich landwirtschaftliche Felder mit Tabak (oben), Hibiskus (unten) und Baumwolle.
Other than that, we mainly see farm fields with tobacco (above), hibiscus (below) and cotton.
Wir landen in einem familiengeführten Hotel in Komotini, wo die Oma hinterm Empfangstisch gleich mal die zwei Enkel herbeizitiert, die mir alles übersetzen und das Zimmer sowie unseren Parkplatz zeigen. Kinderarbeit in der Gastronomie. Kommt mir irgendwie sehr bekannt vor...
We end up in a family owned hotel in Komotini where the grandma at the reception desk summons her two grand children to translate everything for me and show me the room and where we can park our bikes. Child labour in the catering trade. Feels like home to me...

Gefahrene Strecke: 47 km
Durchschnitt: 16,47 km/h
Höchsttemperatur: 47 Grad
Nachtlager: Hotel in Komotini


Dienstag, 13. August:
Wären wir doch im Bett geblieben! Heute ist ein fürchterlicher Granteltag, obwohl die Strecke an der Autobahn entlang nicht schwer wäre. Allerdings halt auch nicht sonderlich inspirierend, sondern extrem trocken und fad, mit einigen Dörfern ohne Läden, und bei über 40 Grad ohne Schatten einfach spaßfrei. Unter einer Autobahnbrücke machen wir Pause mit den Birnen von der Hotel-Oma, sonst haben wir keine Vorräte dabei. Bei der Weiterfahrt wird mir schwindelig und mir geht die Kraft zum Treten aus, so dass ich schieben muss. An einem Friedhof findet Dave wenigstens ein schattiges Fleckchen zum Hinsetzen und frisches Wasser. Sobald es wieder einigermaßen geht, fahre ich langsam und mit vielen Trinkpausen weiter den Berg hoch. Der höchste Punkt liegt auf nur 282 Metern, doch die Erleichterung ist riesig: Die Küste mit dem Campingplatz liegt vor uns, und auch die Landschaft ist auf der anderen Seite wieder reizvoller.
If only we had stayed in bed today! It's a terribly grumpy day although the route along the motorway is not particularly hard. However, not very inspiring either, but extremely dry and bland, a few villages without any services, and at more than 40 degrees without any shade really not so enjoyable. We take a break under a highway bridge and have the pears we got from the hotel grandma, the only supplies we brought. Continuing on, I get dizzy and don't have any pedalling power anymore, so I have to walk the bike. At a graveyard, Dave at least finds a shady spot to sit down and some fresh water. As soon as I can, I ride on slowly up the mountain with many drink breaks. The highest point is only up on 282 metres, but it's a huge relief: The coast with the campground lies in front of us, and the landscape is nicer on the other side as well.
Kurz vor unserem Ziel sehen wir die Auswirkungen des riesigen Brandes vom letzten Jahr: Überall verkohlte Baumstämme und Äste, mehrere Kilometer weit. Doch Olivenbäume treiben anscheinend wieder aus, wie man auf dem Foto erkennt.
Shortly before our destination, we see the aftermath of last year's big wildfire: Charred tree trunks and branches everywhere, for several kilometres. But as you can see in the picture, olive trees come into leaf again.

Gefahrene Strecke: 67,54 km
Durchschnitt: 14,77 km/h
Anstieg: 502 m
Höchsttemperatur: 52 Grad
Nachtlager: Campingplatz in Alexandropouli


Mittwoch, 14. bis Montag, 19. August:
Gestern ist uns klargeworden, dass wir dringend eine Pause brauchen, um uns wieder aufeinander und auf unsere Weiterreise einzustellen, nachdem jetzt wochenlang ständig jemand dazwischengefunkt hat. Die große Hoffnung lag auf diesem Campingplatz. Doch auf der Zelt-"Wiese" gibt es keinen richtigen Schatten, und der Boden ist so staubig, dass uns der Wind jede Menge Dreck ins Zelt weht, sobald wir ein bisschen lüften. Also doch wieder nur eine Nacht?
Yesterday, it became clear to us that we really need a break to tune in to each other again and to think about the next leg of our journey, without anybody putting their oar in. Our big hope was this campground, but there's no proper shade in the tenting area, and the ground is so dusty that the wind blows a lot of dirt into the tent every time we ventilate. So again, we only stay for one night?
Mark und Philipp zelten auch hier. Die beiden haben wir vor drei Tagen in Nea Karvali kennen gelernt. Da es ihnen in Alexandropouli so gut gefällt, haben sie gestern einen Pausentag eingelegt, so dass wir sie wieder eingeholt haben. Ein Glücksfall für uns, denn ihre gute Laune zieht uns richtig hoch. Für ihre heutige Einreise in die Türkei haben sie sich extra schick angezogen:
Mark and Philipp are camping here, too. We met them three days ago in Nea Karvali. Since they like Alexandropouli so much, they took yesterday off so that we caught up to them again. Which is good luck for us because their good mood wears off on us, too. For their entry into Turkey today, the two of them dress up really fancy:
Hawaiihemden im Partnerlook. Mit Druckfehler, aber nur bei genauerem Hinsehen...
Matching Aloha shirts. With some printing mistakes, but you only notice them when you look really closely...

Dave und ich frühstücken in einem Café und fahren zu einem Stadtpark in Alexandropoulis, wo wir den ganzen Nachmittag im Schatten unter den Bäumen sitzen und reden. Das haben wir schon viel zu lange nicht mehr getan! Nach einem erfrischenden Bad im Meer bei Sonnenuntergang richten wir uns auf eine romantische Nacht ein, bis Dave plötzlich fragt: "Was hast'n du da?"
Dave and I have breakfast in a café and ride to a municipal park in Alexandropoulis where we spend all afternoon in the shade under the trees, talking. We haven't done this in far too long! After a refreshing bath in the sea at sunset, we are prepared for a romantic night, until Dave asks suddenly: "What's going on here?"
Anstatt mit den Rädern Richtung Türkei, fahren wir am Feiertag also mit dem Taxi ins Krankenhaus. Drei Ärzte untersuchen den Knoten in meiner Brust und schicken mich in eine radiologische Praxis, die heute natürlich geschlossen ist. Dafür gibt mir der Chef der Gynäkologie noch Ausflugstipps mit auf den Weg, wo wir doch jetzt ein paar Tage hier festsitzen.
Gleich am nächsten Morgen bekomme ich einen Termin für eine Mammographie und einen Ultraschall. Keine Ahnung, ob mich meine Kreditkarte an der Warteschlange vorbeischleust oder ob das hier normal ist, aber das ist schon sensationell.
Instead of towards Turkey by bike, we go to the hospital by taxi on the holiday. Three doctors examine the knot in my breast and send me to a radiologist's practice which of course is closed today. Since we're trapped here for a few days, the deputy gynaecologist suggests we go to a traditional Greek dance tonight, starting at 10pm.
Already the following day, I get an appointment for a mammography and an ultrasound. No idea if it's my credit card that channels me past the waiting queue or if this is normal here, but we find it sensational.
Das riesige Universitätsklinikum von Alexandropouli von innen. Abgewetzt, aber effizient und sehr freundlich!
The ginormous University clinic of Alexandropouli from inside. Down at the heels, but efficient and very friendly!
Unverhofft verbringen wir sogar noch das Wochenende hier, um auf die Untersuchungsergebnisse zu warten. Wir fahren jeden Tag in den Stadtpark, waschen Wäsche, schlendern rum und lernen jede Menge Leute kennen.
Unhoped-for, we spend the whole weekend in this town to wait for my examination results. Every day, we ride into the park, we wash our laundry, stroll around and get to know a lot of people.

Am Samstag spielt Dave ewig Woiperdinger, während ich neben ihm liege und döse. Urlaubsfeeling! Wir gabeln einen Radfahrer auf: David aus Neuseeland, der von London nach Istanbul fährt, vielleicht auch noch weiter. Immerhin ist er jetzt Rentner und es macht ihm Spaß...
Abends gibt es zuerst Livemusik im Restaurant des Campingplatzes, wo wir zwei weitere Fahrradtouristen treffen, Rutger und Wolfgang, sowie die Israelin Gaia, die mit Rucksack und Gitarre eine Bustour durch Griechenland macht. Irgendwann verlegen wir unsere Runde auf die Plane vor unserem Zelt und lassen den Tag mit selbst gemachter Musik ausklingen.
On Saturday, Dave plays the Woiperdinger for a long time while I lay next to him, dozing. Holiday feeling! We meet another cyclist: David from New Zealand who's riding from London to Istanbul and maybe even further. After all, he's retired now and having fun...
In the evening, there's live music in the campground restaurant where we get to know two more bike tourists, Rutger and Wolfgang, as well as Gaia from Israel who's taking a bus tour around Greece with a backpack and her guitar. At some point, we relocate our circle onto the tarp in front of our tent, letting the day fade out with our own music.
Am Sonntag wird es richtig voll auf unserer großen Plane unter den Bäumen: Zuerst gesellen sich Rutger (aus Holland, fährt in die Türkei) und Wolfgang (aus Baden-Württemberg, fährt in die Türkei und vielleicht noch weiter) zu uns.
On Sunday, our big tarp under the trees gets really full: First, Rutger (from Holland, rides to Turkey) and Wolfgang (from Germany, rides to Turkey and maybe further) join us.
Etwas später winken wir Serdar zu uns. Der Musiklehrer aus der Türkei radelt lieber in anderen Ländern rum als zu Hause und erteilt Dave eine erste Lektion in türkischer Musiklehre. Wow! So Vierteltöne muss man erst einmal hören können, geschweige denn singen.
Sometime later, we wave at Serdar on the bike path. He's a music teacher from Turkey, but he prefers to ride his bike in other countries and he gives Dave his first lesson in Turkish music. Wow! You have to hear those quarter notes first, let alone sing them.
Kurz darauf stoßen noch zwei junge Studenten aus Istanbul zu uns, die keinen Plan haben, weder von ihren Fahrrädern noch von ihrer Route, aber eine Menge Entdeckungslust, Offenheit, Hunger und einen Platten. Sie erfreuen sich an unseren Keksen, und noch viel überschwänglicher an Rutgers Reserveschlauch und Daves Fahrradreparierkurs. Was für eine coole, zufällig zusammengewürfelte Truppe!
Shortly afterwards, we stop two young students from Istanbul riding past us. They have no clue, neither about their bikes nor about their route, but an enormous zest of discovery, openness, appetite and a flat tyre. They gladly take some cookies, but even more enthusiastically accept Rutger's spare tyre and Dave's bike maintenance course. What a cool, randomly thrown together troop! 
Am Montag holen wir die Ergebnisse vom Radiologen ab und fahren damit zum Krankenhaus, wo der lustige Frauenarzt Entwarnung gibt - und ein paar neue Veranstaltungshinweise für die Gegend. Puh!
On Monday, we pick up the results from the radiologist's and bring them to the hospital where the merry gynaecologist gives me the all-clear signal - and some more tipps to explore the area. Phew!


Dienstag, 20. August:
Endlich geht's weiter! Schon komisch: Vor einer Woche hatten wir das Gefühl, die einzigen Radfahrer in der ganzen Umgebung zu sein. Und jetzt schiebt uns das Wissen an, dass mindestens zehn Gleichgesinnte vor uns herstrampeln, so grob Richtung Osten, und dass hinter uns wahrscheinlich auch welche sind, denen es genauso geht.
Serdar begleitet uns bis kurz vor die Grenze, danach fahren Dave und ich alleine weiter.
Finally, we get to go on! It's weird how one week ago, we felt like we're the only cyclists around. Whereas now, knowing at least ten more like-minded people pedalling ahead of us, going in an Eastern direction, and assuming that there will probably be some following us again who are in the same boat, pushes us on.
Serdar accompanies us until just before the border, then Dave and I continue on alone.
So, da sind wir. Das nennen wir mal einen Grenzübergang!
Alright, that's it. Now this is what you can call a border crossing!

Gefahrene Strecke: 55 km
Durchschnitt: 18 km/h
Nachtlager: Hotel in Ipsala (4 km hinter der Grenze)

Neueste Erkenntnisse: Je länger wir reisen, desto weniger Toleranz haben wir für manche Verhaltensweisen. Wenn wir nicht rechtzeitig Pause machen, wird sie uns gemacht. Griechische Steigungen sind wesentlich gemäßigter als albanische. Wir sind nicht allein.
Newest insights: The longer we travel, the less tolerant we become towards certain behavioural patterns. If we don't take a break in time, the break takes us. Greek ascents are way more moderate than Albanian ones. We're not alone.

Thursday, July 25, 2024

Roadtrip von Thessaloniki zum Tara-Canyon und zurück

It's the holiday season - but not for us! For a two-week roadtrip by car, we leave our bicycles and most of our gear at our friend Dean's place in Thessaloniki and pack Dave's parents, sister and niece into a rental van instead, including hand luggage and swim gear. As their tour guides and drivers, we show them some of our highlights so far in fast motion, interrupted by a few lazy days on the beach.

Es ist Urlaubszeit - allerdings nicht für uns! Für einen zweiwöchigen Roadtrip per Auto stellen wir unsere Fahrräder und den größten Teil unserer Ausrüstung bei unserem Freund Dean in Thessaloniki unter und packen dafür Daves Eltern, seine Schwester und seine Nichte samt Handgepäck und Schwimmsachen in den gemieteten Van. Als Reiseleiter und Fahrer zeigen wir ihnen einige unserer bisherigen Highlights im Schnelldurchlauf, immer wieder unterbrochen von ein paar Tagen Faulenzen am Strand.

Montag, 8. Juli:
Da man einen griechischen Leihwagen nicht ausführen darf, mieten wir unser Auto in Albanien und fahren damit einmal quer durchs Land, vom ionischen zum ägäischen Meer.
Since it's not possible to cross the border with a Greek rental car, we hire our van in Albania and drive it all the way from the Ionian to the Aegean Sea.
Bergig ist es hier, aber im Gegensatz zu Albanien oder Montenegro führt die Autobahn in Griechenland durch unzählige Tunnels. Was uns auf eine Idee bringt: Weil wir es verpeilt haben mitzuzählen, versprechen wir einfach unserer Nichte Mia ein Eis, falls sie die Tunelle korrekt zählt.
It's quite mountainous here, but as opposed to Albania or Montenegro, the Greek motorway goes through countless tunnels. Which leads us to an idea: As we forgot to count them from the beginning, we're just going to promise our niece Mia an ice cream if she counts all the tunnels correctly.
Recht spät am Abend erreichen wir Thessaloniki und breiten uns sogleich auf Deans Balkon aus, exakt wie auch schon vor zehn Jahren. Die Aussicht vom 6. Stock auf die alte Stadtmauer und die Frachtschiffe unter uns, die Flugzeuge über uns und die orthodoxe Kirche St. Theodor neben uns ist grandios wie immer. Außerdem weht hier oben ein angenehmes Lüfterl, so dass wir noch ewig zusammen sitzen und ratschen. Immerhin haben wir uns seit unserem letzten Besuch hier nicht mehr gesehen!
We arrive in Thessaloniki fairly late at night and spread out our stuff on Dean's balcony right away, just like we did ten years ago. The view from the 6th floor down on the old city wall and the freight ships, up to the airplanes and over to the orthodox church of St. Theodor is fantastic as always. Plus, there's a pleasant breeze going up here, so that we sit together forever and chat. After all, we haven't seen each other since our last visit here!

Gefahrene Strecke: ca. 430 km
Nachtlager: auf Deans Balkon in Thessaloniki


Dienstag, 9. Juli:
Egal, wie ich es anstelle: Die Kirche wird beim Panoramafoto immer abgeschnitten. Dave und ich verbringen den ganzen Tag hier aufm Balkon, sortieren unser Gepäck, halten Nickerchen, spielen Musik (Dave) bzw. arbeiten am Blog (ich).
No matter how often I try it: The church always gets cut off from the panoramic picture. Dave and I spend all day on the balcony, sorting out our luggage, taking naps, playing music (Dave) respectively working on the blog (me).

Am Abend holen wir Daves Familie vom Flughafen ab und stellen draußen aufm Parkplatz gleich mal deren Nerven auf die Probe: Anstatt zu unserem Van gehen wir auf einen eher heruntergekommenen Kleinwagen zu und behaupten, das sei der größte Wagen, den es in Albanien zu mieten gebe... Was Dave und ich beim Aushecken dieses Streiches nicht bedacht haben, ist der Eigentümer des Wagens, der zufällig daneben steht und kurz davor ist, die Polizei anzurufen, als wir so tun, als funktioniere unser Schlüssel mal wieder nicht. Herrlich!
In the evening, we pick up Dave's family from the airport and try their nerves right away in the parking lot: Instead of our van, we walk them towards a rather shabby small car and tell them that's the biggest car you can get in Albania... What Dave and I didn't account for when we thought of this prank, is the owner of the car who happens to stand next to it and looks like he's going to phone the police at any moment when we pretend that our key won't work again. Awesome fun!

Kurz darauf bekommen wir im Hotel die Rechnung für unsere Bosheit serviert, denn schließlich versteht man in Europa unter "Doppelzimmer" etwas anderes als in Nordamerika. Wir "Jungen" dürfen uns also zu viert in zwei Betten zusammenquetschen. Karma!
Shortly afterwards in the hotel, we have to pay for our nastiness, because in Europe, "double room" means something very different than in North America. Us four "youngsters" get to squeeze into two single beds. Karma!

Geflogene Strecke: ca. 9000 km
Nachtlager: Flughafenhotel in Thessaloniki


Mittwoch, 10. Juli:
Nach dem Frühstück im Hotel vertreten wir uns noch die Beine an der Uferpromenade, bevor wir uns Richtung Westküste aufmachen.
After breakfast in the hotel, we take a short walk along the seaside promenade before setting out towards the west coast.

Geplant war, dass wir bis Albanien durchfahren, doch das Städchen Igoumenitsa am ionischen Meer lockt mit einem erfrischenden Bad, so dass wir etwas früher Feierabend machen.
The plan was to drive all the way to Albania but the opportunity for a refreshing bath in the little town of Igoumenitsa is just too tempting, so we call it a day.

Gefahrene Strecke: ca. 350 km
Nachtlager: Campingplatz am Drepano Strand bzw. Hotel Akropolis in Igoumenitsa (GR)


Donnerstag, 11. Juli:
Frühstück mit Aussicht und die Entscheidung, hier einen faulen Tag am Strand einzulegen, weil das viele Sitzen im Flugzeug vorgestern und im Auto gestern zu anstrengend war.
Breakfast with a view and the decision to have a lazy day on the beach after the long hours of sitting on a plane the day before yesterday and in the car yesterday.

Sonnenuntergang vom Campingplatz aus. Dave und ich sitzen noch lange am Strand, genießen die Ruhe und beobachten Krabben im flachen Wasser.
Sunset seen from the campground. Dave and I sit on the beach for a long time, enjoying the quiet and watching crabs in the shallow water.


Freitag, 12. Juli:
Schnappschuss auf dem Balkon. Das Hotel Akropolis ist das älteste der Stadt Igoumenitsa und strahlt bis ins Detail griechisches Flair aus. So kann's gerne weitergehen!
Snapshot on the balcony. The Akropolis is the oldest hotel in Igoumenitsa, exuding Greek flair in every detail. We could get used to that!
Scheibenwaschmittel ist im Mietpreis anscheinend nicht inbegriffen...
Windscreen washer liquid is not included in the rental price, apparently...
Füße vertreten in Albanien und die Feststellung: Es ist heiß hier - schnell wieder rein ins Auto!
Stretching our legs in Albania, everybody realizes: It's hot here - let's get back into the car!
Aussichtspunkt an der albanischen Riviera. Vor wenigen Tagen haben Dave und ich hier oben auch schon gerastet - aus gutem Grund: Wenn wir uns die Buckel heute vom Auto aus anschauen, können wir es selber kaum glauben, dass wir hier hochgestrampelt sind!
Viewpoint at the Albanian Riviera. A couple of days ago, Dave and I rested up here, too - for a good reason: Looking at the hills today from the car, we can hardly believe ourselves we rode up here!

Gefahrene Strecke: ca. 120 km
Nachtlager: Campingplatz in Qeparo bzw. Hotel in Borsh (AL)


Samstag, 13. Juli:
Das Hotel in Borsh hat einen Pool, deswegen können wir heute noch nicht weiterfahren. Dave und ich disponieren spontan um und nehmen seine Eltern mit auf einen Tagesausflug nach Gjirokastra, einer historischen Stadt mit einer besonders "steinigen" Architektur, die die Kommunisten in den 60er Jahren bereits als "Museumsstadt" bewahren wollten.
Jamie and Mia want to spend the day at the hotel pool, so Dave and I change the plan quickly and take his parents on a day trip to Gjirokastra, a historic town famous for its "stony" architecture which the communists wanted to protect as a "museum town" in the 1960s.
Sofort fallen uns die kunstvoll gepflasterten, steilen Gassen und die weißen Fassaden auf. Ein wirklich sehenswertes und sauberes Stadtbild aus der osmanischen Zeit, das seit 2005 unter dem Schutz der UNESCO steht.
Right away, we notice the artistically tiled, steep streets and white facades. A picturesque and clean townscape dating back to the Ottoman era which was world heritage listed in 2005 by the UNESCO. Absolutely worth seeing.

Auch Kunsthandwerk wird hier noch traditionell ausgeübt und ausgestellt. Uns gefällt es auf Anhieb hier!
Traditional crafts are still practised and exhibited here. We like this place!


Als Dachbedeckung dienen Steinplatten. Diese waren früher nicht nur erschwinglicher als andere Materialien, sondern rund um die Stadt auch reichlich vorhanden, und boten überdies noch den Vorteil, dass sie halfen, die Temperatur im Haus zu regulieren.
All roofs are tiled with stone slates. Not only were those more affordable than other materials back in the day, but also largely available all around the town and on top of that, they helped to regulate the temperature inside the house.
Neben der kulturellen Bedeutsamkeit dieses Ortes war die Wettervorhersage ein Grund für den heutigen Ausflug: Im Moment brauchen wir zwar noch unsere Sonnenhüte, aber für Mittag ist in den Bergen Regen angesagt!
Besides the cultural relevance of this place, the weather forecast gave us a reason to come here today: At the moment, we still need our sun hats but it is supposed to rain in the mountains at noon!

Erst beim Bearbeiten der Bilder fällt mir auf, dass mich beim Fotografieren irgend so ein Typ angestarrt hat...
Only when I edit the pictures, I notice the guy staring at me when I took the photo.


Moschee von Gjirokaster.
Mosque of Gjirokaster.
Wir schauen echt fertig aus und fühlen uns auch so, drum setzen wir uns unter dem Baum in den Schatten und beobachten den Verkehr. Hört sich fad an, ist aber äußerst unterhaltsam. Perfekt wird's, als es endlich regnet. Mann, tut das gut!
We look and feel really exhausted from the heat, so we sit down in the shade under this tree, watching the traffic. Sounds lame but is extremely entertaining. When the rain finally sets in, it's perfect. It feels so good!

Höhepunkte:
  • Die enge, steile Straße wird von faulen Touristen gerne als Parkmöglichkeit genutzt, und zwar ausgerechnet in der Haarnadelkurve. Direkt unter dem Parkverbotsschild. Das führt zu interessanten Manövern der ortsansässigen Autofahrer, die sich natürlich immer genau an dieser Stelle entgegenkommen und mit mehrfachen Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen, aber ohne jemals stehenzubleiben, knapp aneinander vorbeifahren.
  • Auswärtige Autos hingegen erkennt man am ratlosen Gesichtsausdruck des Fahrers, dem panischen Gefuchtel des Beifahrers und dem spontanen Wechsel auf Linksverkehr, was bis auf eine Ausnahme immer die vollkommene Blockade der Straße zur Folge hat.
  • Der freundliche Polizist, der an einem Tischchen im Eingang der Post sitzt, Kaffee trinkt, eine Zigarette nach der anderen raucht und mit den Nachbarn ratscht, versucht jedesmal von seinem Lieblingsplatz aus, die Parksünder mit der Trillerpfeife zu verscheuchen.
  • Falls das nicht fruchtet (also in 100% der Fälle), marschiert er samt Zigarette und strenger Miene auf das entsprechende Fahrzeug zu und macht es auf das Parkverbot aufmerksam. Es folgen ausnahmslos Erklärungen in gebrochenem Englisch, warum es nur dieses eine Mal unumgänglich ist, nur ganz, ganz kurz hier stehenzubleiben - und ebenso ausnahmslos lässt der Polizist irgendwann gewähren, solange der Fahrer sitzenbleibt. Kundenorientiert, wie er nun einmal ist, weist er die Leute noch richtig in ihre Parkposition ein.
  • Vollblockaden beobachtet der Polizist schmunzelnd von seinem Sitzplatz aus, solange die Hoffnung besteht, dass die Fahrer den Knoten selber lösen. Erst wenn sich keiner mehr rührt, gibt er Hilfestellung.
  • Als es anfängt zu regnet, wird das uralte Kopfsteinpflaster zur Rutschbahn. Die Fahrzeuge, die von oben runter fahren, können nicht mehr bremsen und die, die hochwollen, dürfen keinesfalls stehenbleiben, weil sie sonst nicht mehr anfahren können. Sehr quietschige Angelegenheit!
  • In all dem Chaos schlängeln sich in regelmäßigem Abstand Rollerfahrer durch, weil die sowieso immer Vorfahrt haben.
  • Und selbstverständlich wird ununterbrochen gehupt. Das gehört zum guten Ton und bedeutet alles von "Servus!" über "Hey, bist du auch hier?" und "Obacht, Bauch einziehen!" bis hin zu "Glaub bloß nicht, dass ich wegen dir langsamer fahre!" und "☈%&*@^☠-!!☞_☣+➿/⚔!". Dank dieser präzisen Kommunikation erleben wir nur eine verbale Auseinandersetzung zweier Kontrahenten mit.
  • Eine ausländische Touristin, die ihr geparktes Auto verlassen hat, bekommt einen Strafzettel. Die Verabreichung ähnelt von der Körpersprache her eher dem routinierten Charme eines beliebten Kinderzahnarztes, gemischt mit dem erfolgsverwöhnten Selbstbewusstsein eines Junggesellen, der mal wieder eine Telefonnummer abgesahnt hat. Es wird mit der Schulter gezuckt, gelacht, am Arm berührt, genickt - und am Ende bedankt sich die Frau(!) und fährt winkend davon.
Highlights:
  • The steep, narrow street is used by lazy tourists as a parking spot, right in the hairpin, right underneath the no-parking sign. This makes for interesting maneuvers amongst local drivers who of course always meet right at the tightest spot and manage to pass each other very closely after a number of backwards and forwards movements, but without ever stopping to wait.
  • Cars from out of town can be easily distinguished by the driver's helpless facial expression, the franticly gesturing passenger and the spontaneous switch to lefthand driving, which, apart from one exception, leads to a complete blockage of the street every time.
  • The friendly police officer who is sitting at a table in the entrance to the post office, drinking coffee, smoking one cigarette after the other and chatting to the neighbours, tries to scare away the parking sinners with his whistle without leaving his favourite place.
  • If that method is to no avail (so in 100% of the cases), he marches over to the vehicle with his cigarette and a stern face and points out the no-parking zone. Without fail, the next thing is an explanation in broken English, why it's absolutely unavoidable only this one time to only stop here really, really shortly - and also without fail, the police officer eventually allows the people to stay as long as the driver remains in the car. Customer-oriented as he is, he even guides them into their proper parking position.
  • Smirking curiously, the police man watches complete blockages from his chair, as long as there is hope for the drivers to loosen the knot themselves. Only when none of them is moving anymore, he directs them.
  • When it starts to rain, the ancient cobble stones turn into a slide. Vehicles coming from up the hill cannot brake anymore and those driving uphill must not stop because the hill start is nearly impossible. A very screechy scene!
  • In all this chaos, there are still scooters snaking their way through because they have the right of way always.
  • And as a vital part of polite conversation, there's a constant cacophony of honking, of course. It means anything from "Hi!" and "Oh, you're here as well?" or "Watch out and keep your tummy in!" to "Forget it, I won't slow down for you." and ""☈%&*@^☠-!!☞_☣+➿/⚔!". Thanks to this precise communication, we only witness one verbal fight between two opponents.
  • One foreign tourist gets a ticket because she left her car. The body language during the administration resembles more the routined charm of a popular children's dentist, mixed with the spoilt by success self esteem of a confirmed bachelor who has just liberated another phone number at the bar. There's lots of shrugging, laughing, touching arms, nodding - and in the end, the lady thanks him (!) and drives off waving out of the window.
Hoch über der Stadt thront die Festung, die eine turbulente Geschichte hinter sich hat.
High above the city, there's the old fortress wich has a very turbulent history to tell.




Dieses Tunell führt unter der Burg durch!
This tunnel leads to the other side of the hill, right underneath the fortress!

Füße vertreten auf der "Heimfahrt" an einem Wassermelonenstand. Wo bitteschön ist hier ein Wassermelonenfeld?
Stretching our legs on the way "home" at a watermelon stand. Where the hey is there supposed to be a water melon field?

Gefahrene Strecke: ca. 200 km
Nachtlager: wieder in Qeparo bzw. Borsh


Sonntag, 14. Juli:
Es geht weiter die albanische Küste hoch Richtung Norden. Hier sieht man die Serpentinen, die zum Llogara Pass hochführen. Seit fünf Tagen ist der Tunnel für den Verkehr geöffnet (auf dem Foto leider hinter dem Strommasten verborgen), so dass wir die Straße fast für uns alleine haben. Was für ein Unterschied zu neulich, als wir uns die Strecke mit hunderten Touristen, Reisebussen und schwer beladenen LKW teilen mussten!
We continue on North along the Albanian coast. Here you can see the switchbacks going up to the Llogara pass. Five days ago, the tunnel was opened for traffic (hidden behind the power post in the picture), so we nearly have the road to ourselves. What a difference to the other day, when we had to share it with hundreds of travellers, tour buses and heavily loaded trucks!
Während ich Mia und Jamie die coole Ruine oben mit dem versteckten Bunker zeige, erkundet Dave einen weiteren Bunker etwas unterhalb. So langsam kennen wir uns echt gut aus in diesem Land!
While I show the cool ruin at the top with the hidden bunker to Mia and Jamie, Dave explores another bunker underneath it. We're starting to really know our way around this country!


Aussichtspunkt.
View point.
Weniger schön: Die Aussicht auf die vernarbte Küste, wo gerade ein riesiges Areal in eine Hotelanlage mit Einkaufszentrum verwandelt/ verschandelt wird. Stahlbeton, Glas und Allerweltskonsum statt Charakter.
Less attractive: The view of the scarred coast where a huge area is being transformed into a hotel facility with shopping mall at the moment. Reinforced concrete, glass and hackneyed consumption instead of character.
Schöne Aussicht: Wir beobachten diesen Paraglider beim Start.
Nice view: We watch this paraglider taking off.

Gefahrene Strecke: ca. 60 km
Nachtlager: Hotel im Llogara Village (AL)


Montag, 15. Juli:
Llogara bis Durrës: Stadtbesichtigung vom Auto aus, erfolglose Herbergssuche am letzten Zipfel der Halbinsel, Schlüsselsuche im Hotel, Badespaß mit Wellenherbeimeditieren in verschiedenen Sprachen.
Llogara to Durrës: City sight seeing from the car, unsuccessful search for accommodation at the very end of the peninsula, bathing and willing big waves to come by yelling at them in different languages.

Gefahrene Strecke: ca. 250 km
Nachtlager: Campingplatz bzw. Hotel am Lalez Strand nördlich von Durrës (AL)


Dienstag, 16. Juli:
Anklicken für die Temperaturanzeige / Click to enlarge the temperature display

Durrës bis Danilovgrad: Einreise nach Montenegro, Stromausfall in der ganzen Stadt, zu sechst scheitern wir an der typischen Mixgrillplatte für vier Personen, Hitzestau im Hotel, Ventilator bringt leichte Milderung.
Durrës to Danilovgrad: Entry into Montenegro, power outage in the whole city, six people failing at a typical grilled meat platter for four, crazy heat in the hotel, a ventilator provides slight alleviation.

Gefahrene Strecke: ca. 200 km
Nachtlager: Hotel in Danilovgrad (MNE)


Mittwoch, 17. Juli:
Auch beim zweiten Mal ist Montenegro wirklich atemberaubend schön. Auf dem Weg Richtung Nikšić sehen wir viele Höhlen hoch über unseren Köpfen.
On our second visit, Montenegro proves its breathtaking beauty again. On the way towards Nikšić we see lots of caves above our heads.
Stille Zeugen jeder Kultur sind auch immer Friedhöfe. Bei diesem hier sieht man auf der Rückseite jedes Grabes betonierte Zugangsluken. Wäre interessant, noch mehr darüber zu erfahren!
Graveyards are always silent witnesses of any culture. In this one here, you see concrete hatches on the backside of every gravestone. Would be interesting to find out more about that!

Füße vertreten auf einem Aussichtsparkplatz.
Stretching our legs on a lookout parking.

Dave und ich mogeln mal wieder ein kulturelles Highlight ins Programm: Das serbisch orthodoxe Kloster Ostrog aus dem 17. Jahrhundert, das weit oben an einer steilen Felswand klebt.
Dave and I incorporate another cultural highlight into our program: The Serbian Orthodox Ostrog Monastery, glued high up to a vertical rock wall since the 17th century.
Die Oberkirche sieht man schon von Weitem, ...
The upper church can be seen from afar, ...
... die Unterkirche erkennt man erst, nachdem man den steilen Pfad vom Parkplatz aus hochgewandert ist.
... whereas you only discover the lower church after hiking up the steep path from the parking lot.

Zu dritt erkunden wir die Oberkirche, in der die Reliquien des Klostergründers Hl. Basil von Ostrog liegen. Hier stehen wir auf einem der Balkone und versuchen uns vorzustellen, wie man so ein Gebäude erschaffen kann.
Three of us explore the upper church where the monastery's founder, St. Basil of Ostrog's relics are kept. Here we stand on one of the balconies, trying to imagine how such a building can be made.
Eines der Wunder dieses besonderen Ortes: Ein Weinstock, der aus dem blanken Felsen wächst, obwohl alle Botanik dagegen spricht.
One of the miracles of this extraordinary place: A vine growing out of the sheer rock although all botanical wisdom speaks against it.
Glockenturm.
Bell tower.
Das nächste Wunder: In einem kleinen Loch in der Felswand ist das ganze Jahr über Wasser. Für heutige Verhältnisse eher weniger genießbar, aber in damaliger Zeit überlebenswichtig!
The next miracle: In a small hole in the rock wall, you can feel water all year round. Rather not enjoyable for our modern taste, but life saving back in the day!


Noch ein Wunder: Onkel David ist geschrumpft!
Another wonder: Uncle David has shrunk!
In der Balkonbrüstung steckt(e) wirklich ein Wunder: Eine Granate, die im zweiten Weltkrieg auf das Kloster gefeuert wurde, schlug zwar durch das Eisengitter, ist jedoch nicht explodiert. Ein Mitarbeiter in dem winzigen Raum hinter der Türe streckt uns die Waffe entgegen, die erst vor wenigen Jahren entschärft wurde. Wobei ihm deutlich anzumerken ist, dass er diese Maßnahme für äußerst übertrieben vorsichtig hält, wo es sich doch um ein Wunder handelt.
There's a real miracle in the balcony's banister: A grenade fired at the monastery during the second world war, went through the metal fence but didn't explode. The guy working in the tiny room behind the door reaches behind himself and grabs the weapon from a shelf to show us and explains that it was defused only some years ago. And you can tell easily that he thinks of this measure as complete overcaution. After all, it's a miracle.

Weiterfahrt. Habe ich schon erwähnt, dass wir diese Landschaft lieben?
The journey continues. Have I mentioned that we love this landscape yet?


Höchster Punkt der Reise bisher: Auf 1600 Meter über dem Meer wachsen plötzlich keine Bäume mehr.
Highest Point of our journey so far: On 1600 metres above sea level, there are no more trees suddenly.

Geplant war eine Übernachtung im Hauptort des Durmitor Nationalparks, Zabljak, damit wir morgen nicht weit fahren müssen. Doch aus irgendeiner Laune heraus biege ich kurz davor bei einem unscheinbaren Schild rechts ab und lande im Paradies: ein Häuschen mit allem Drum und Dran für die Abordnung aus Kanada, weiches Gras für Dave und mich. Dazu eine total liebe Gastfamilie, die für uns und für die anderen Urlauber ein Lagerfeuer anzündet, an dem wir einen saulustigen Abend mit bosnischen Maiskolben, montenegrinischem "Brandy" und Daves Baileys verbringen.
The idea was to find accommodation in the main town of Durmitor national park, Zabljak, in order to only have a short drive tomorrow. But on a whim, I turn right at an inconspicuous sign just before the town and land in paradise: a little hut, fully equipped for our visitors from Canada, and soft grass for Dave and me. Plus, a very lovely host family who lights a campfire for us and the other guests where we spend an evening full of laughter and chats with Bosnian corncobs, Montenegrin "Brandy" and Dave's Baileys.

Gefahrene Strecke: ca. 150 km
Nachtlager: Campingplatz mit Hütten kurz vor Zabljak (MNE)


Donnerstag, 18. Juli:
So gut haben wir schon lange nicht mehr geschlafen!
We haven't slept this well for a long time!
Heute holen wir nach, was wir am 13. Juni viel zu schnell per Taxi übersprungen haben: Einen Besuch des Tara-Canyons, mit bis zu 1300 Metern nach dem Sulak Canyon und dem Grand Canyon die dritttiefste Schlucht der Welt, sowie mit 78 Kilometern die drittlängste nach dem Grand Canyon und dem Fish River Canyon.
Today, we get to make up for what we skipped way too fast by taxi on June 13th: A visit to the Tara canyon, the third deepest canyon in the world after the Sulak canyon and the Grand canyon, and the third longest after the Grand canyon and the Fish River canyon.


172 Meter über dem Fluss Tara verläuft die Đurđevićabrücke, bei ihrer Fertigstellung 1940 die größte Stahlbetonbogenbrücke für Fahrzeuge der Welt. Leider hat man damals nur für den Kraftverkehr geplant, deshalb trödeln die vielen Fußgänger beim Fotografieren mitten auf der Fahrbahn rum.
The Đurđevića bridge runs 172 metres above the Tara river. When it was completed in 1940, it was the biggest vehicular concrete arch bridge in the world. Unfortunately, back then it was only planned for vehicles, so now the many tourists meander around between cars while taking pictures.
Bungee Jumping war wohl mal echt spektakulär hier, wurde aber mittlerweile verboten, weil es zu so vielen Verkehrsunfällen auf der Brücke geführt hat.
Bungee jumping must have been really spectacular here but had to be prohibited because it caused too many car accidents on the bridge.
Wir testen sowieso lieber eine andere Art des Höhenflugs aus: Hier sieht man am rechten Bildrand Jamie und Mia in der Seilrutsche, ...
We prefer a different kind of high-altitude flight anyway: On the right side of the picture, you see Jamie and Mia on the zipline, ...
... gefolgt von Wayne (blau) und mir (rot).
... followed by Wayne (blue) and me (red).
Während wir auf unser nächstes Highlight warten, fängt es an zu donnern, zu blitzen und zu regnen. Doch eine Absage aufgrund schlechter Witterung kennen die Montenegriner nicht.
While we're waiting for our next highlight, a thunder shower rolls in. But cancelling due to bad weather is nothing they know about in Montenegro.
Bis wir alle in Neopren gehüllt im Kleinbus sitzen, der uns samt Schlauchbooten zur Einstiegstelle bringt, verziehen sich die dunklen Wolken wieder. Zusammen mit einer holländischen Familie wollen wir den Fluss hinunterschippern.
By the time we're all dressed in neoprene and sitting on the little bus that carries us and the rafts to the starting point, the dark clouds disappear again. Together with a Dutch family, we want to raft down the river.
Unglaublich, wie klar das Wasser ist!
Incredible how clear the water is!
Pause an einem Wasserfall. Im Hintergrund erkennt man den Dunst, der seit dem Regen heute über dem Wasser hängt. Der Anblick ist so besonders, dass sogar unser Tourguide den Fotoapparat rausholt!
Break at a waterfall. In the background you see the mist that's been hanging above the water since the rain today. It's such an unusual picture that even our guide takes out his camera!




Die Đurđevićabrücke von unten.
The Đurđevića bridge seen from underneath.


Zeit für eine Abkühlung, zumindest für ein paar von uns:
Time for a refreshment, at least for some of us:
Dave
Jamie
Mia
Ruhiger Abschluss des Tages: kurze Wanderung zum Schwarzen See, der uns alle an die Kananaskis Seen in Kanada erinnert.
Quiet finale of the day: short walk to the Black Lake which reminds us all of the Kananaskis Lakes.
Zurück am Campingplatz basteln Mia und ich mit einfachsten Mitteln ein Gesicht für unser Heumonster. Das gefällt der Gastfamilie so gut, dass sie uns am nächsten Tag unterbrechen, als wir es wieder abbauen wollen!
Back at the campground, Mia and I use some cardboard napkin covers that Sue nicked from the restaurant today, to craft a face for our hey monster. The host family likes it so much that they stop us when we're about to take it down the next morning.


Freitag, 19. Juli:
Zeit umzukehren! Wir haben nur noch ein paar Tage, deshalb fahren wir wieder Richtung Süden. Nahe Nicšić verlassen wir den Highway und fahren an diesen zwei Seen vorbei zu einem weiteren Höhepunkt, den wir Daves Familie zeigen wollen.
Time to turn around! There are only a couple of days left, so we head south again. Near Nicšić we leave the highway and pass these two lakes on our way to another highlight we want to show Dave's family.

Aussichtspunkt am Beginn der Serpentinen von Kotor. Auch heute haben wir Glück mit dem Verkehr, so dass ich immer wieder anhalten, die Passagiere aussteigen lassen und weiter unten wieder aufsammeln kann.
Viewpoint at the beginning of the Kotor switchbacks. We are lucky again with traffic today, so that I can stop a few times, allowing the passengers to get out and fetching them again a bit further down the hill.
Den überlaufenen Hauptort der Bucht, Kotor, überspringen wir großzügig, aber ein paar Kilometer weiter gönnen wir uns ein erfrischendes Bad vor der Weiterfahrt. Das ist auch gut so, denn die Herbergssuche gestaltet sich in dieser Touristenregion etwas langwierig. Kurz vor Budva ergattern wir die beiden letzten Zimmer eines Hotels, es wird also wieder kuschelig. Auf der anderen Seite genießen wir ein tolles Abendessen bei Livemusik, was zu einem ernstgemeinten Jobangebot für Dave führt, der vor dem Heimgehen die Gitarre des Alleinunterhalters in die Hand gedrückt bekommt...
We skip the busy main town of the bay, Kotor, but a few kilometres down the road, we treat ourselves to a refreshing jump into the sea before continuing on. And that's a good thing because finding accommodation in this touristy area without any reservations takes a while. Just before Budva, we get hold of the last two rooms in a hotel which means it's going to be another cuddly night. On the other hand, we enjoy a great dinner with live music, and Dave is offered a job by the guitarist who puts his instrument in Dave's hands when we get ready to leave and insists on him playing a few songs...

Gefahrene Strecke: ca. 200 km
Nachtlager: Hotel in Lastva Grbaljska (MNE)


Samstag, 20. Juli:
Ein langer Tag im Auto - mit zwei Grenzübertritten!
A long day in the car - with two border crossings!
Die hell-milka-lilane Grenze von Montenegro nach Albanien mit ihren Verkaufsständen kennen wir ja schon.
We already know the purple one from Montenegro to Albania, with its vending stalls and the shared office space.
Hier die Auflösung des Sprachrätsels: Auf Albanisch klingt "zu verkaufen" richtig nett, oder? Wir spielen ein Spiel, bei dem der Erste, der irgendwo in der Landschaft ein "Shitet"-Schild entdeckt, es laut vorlesen und dem Nächstbesten auf die Schulter hauen darf. Unschwer zu erraten, von wem die Idee stammt. Aber ein herrlicher Spaß für ein Kind, das normalerweise nie fluchen darf. Hehe.
Here's the solution to our language quiz: In Albanian, "for sale" sounds really nice, eh? We play a version of punch buggy where you have to read out the sign when you see one. Easy to guess whose idea that was. But some harmless fun for a child who normally wouldn't be allowed to swear. Hehe.

Aussicht auf den riesigen Ohridsee, durch den die Grenze zwischen Albanien und Nordmazedonien verläuft. Also sehen wir heute insgesamt sogar vier Länder - und sechs Verkehrsunfälle hintereinander. Geduld ist wirklich nicht die größte Stärke der Autofahrer hier!
View of the huge Lake Ohrid which marks the border between Albania and North Macedonia. So in total, we even see four countries today - and six car accidents in a row. Patience isn't really the drivers' strongest quality here!
Am Abend überqueren wir noch die Grenze zu Griechenland, dann machen wir Feierabend. Die Anderen gehen in ein Restaurant, aber ich will nach dem Duschen nur noch ins Bett - Dave war heute nicht fit genug zum Fahren, und mir macht die künstlich erzeugte Arktisluft ebenfalls zu schaffen.
In the evening, we cross the border to Greece and then call it a day. The others all go out for dinner but I just want to sleep after my shower - Dave didn't feel quite fit enough for driving today, and I've also caught a cold from the artificial arctic climate that we're just not used to.

Gefahrene Strecke: ca. 420 km
Nachtlager: Hotel in Kastoria (GR)


Sonntag, 21. Juli:
Geckobaby im Hotelzimmer.
Baby gecko in our hotel room.
Kleiner Ausflug rund um die Stadt Kastoria, die wunderschön auf einer Halbinsel im gleichnamigen See liegt.
Short trip around Kastoria, a town beautifully located on a peninsula in a lake of the same name.

Eigenartige Fauna hier!
Endemic species.

Höhle an der Straße.
Cave next to the road.


Es folgt die "Heimreise" nach Thessaloniki. Aus unserem Rätsel, wie viele Autobahntunnel es im Norden von Griechenland gibt, ist mittlerweile ein richtiger Wettstreit geworden. Längst reicht es nicht mehr, so grob mündlich mitzuzählen, sondern es wird akribisch notiert und gerechnet. Wer seinen Kugelschreiber verschmeißt, überlegt ganz genau, ob er einen Konkurrenten darum bittet, um diesem keinen Hinweis zu geben. Schlafende Mitbewerber werden möglichst lange ausgeschaltet und eiskalt angelogen, wenn sie aufwachen und fragen, ob wir durch ein Tunell gefahren sind...
And then we're on our way "home" to Thessaloniki. Our quiz about the number of highway tunnels in Northern Greece has turned into some serious competition now. It's not enough anymore to simply count verbally, but there are secret notes and written calculations going on. If you lose your pen, you think twice about asking your rival for theirs in order to not give them any hint. If you fall asleep, nobody will wake you up or tell you honestly how many tunnels you've missed out on...

Für die restlichen paar Tage haben wir eine Ferienwohnung etwas außerhalb der Stadt gemietet, in der wir uns gleich mal einrichten. Sue, Dave und ich rüsten uns mit Putzmittel und Lappen aus und fahren zu einer großen Tankstelle, an der wir den Leihwagen innen von Sand und Essensresten befreien, bevor sich Dave alleine auf den Weg zurück nach Albanien macht: Bis morgen Mittag muss das Auto beim Vermieter in Sarandë stehen.
We've booked an apartment for the remaining couple of days just outside the city where we get comfortable quickly. Sue, Dave and I grab some cleaning products and drive to a big petrol station nearby to free the car from sand and food crumbs on the inside, before Dave goes back to Albania by himself: The van has to be back at the rental place in Sarandë by tomorrow noon.

Gefahrene Strecke: ca. 250 km (plus 430 km Dave)
Dave und ich ununterbrochen zusammen: 3436 Stunden
Nachtlager: Ferienwohnung in Peraia (GR)


Montag, 22. Juli bis Donnerstag, 25. Juli:
Wir verbringen einen ruhigen Tag "zu Hause". Nach der vielen Fahrerei und den vielen Eindrücken der gemeinsamen Reise auf engstem Raum ist jeder froh, einmal nur rumzuhängen, sich hinzulegen, etwas zu lesen oder einen Film anzuschauen.
We spend a calm day "at home". After the long days of driving and the many impressions of the journey together in a confined space, everybody is happy to just hang out, lay down, read something or watch a movie.
Außerdem ist es nach den ganzen viel zu üppigen Restaurantbesuchen ein Hochgenuss, die voll ausgestattete Küche zu nutzen und etwas Abwechslung auf den Tisch zu bringen! Am Dienstag gibt es Nachos mit Mias selbstgemachter Guacamole...
Apart from that, after all the overly sumptuous restaurant meals it's such a delight to use the fully equipped kitchen and bring some welcome change onto the table! On Tuesday, we have Nachos with Mia's homemade Guacamole...
... und an irgendeinem anderen Tag Hähnchen auf Ofengemüse. So lecker!
... and on some other night, baked chicken with vegetables. So yummy!
Wir ratschen viel und blödeln halt so rum, verfolgen aus der Entfernung Daves Abenteuer, telefonieren nach Hause, schreiben Postkarten, spielen Karten, gehen einkaufen und an den Strand. Einmal fährt die kanadische Verwandtschaft zum Shoppen nach Thessaloniki, während ich die Fotos bearbeite und meine Rotznase unter Kontrolle halte. Am Mittwoch kehrt Dave zurück (über Korfu und Athen!), und am Donnerstagmorgen um 5 Uhr wartet das Taxi zum Flughafen vor dem Haus.
We chat a lot and goof around, follow Dave's adventure from afar, phone home, write postcards, play cards, go shopping and to the beach. One time, the Canadian family takes a taxi to Thessaloniki for a shopping trip while I edit the pictures and keep my snotty nose under control. Dave returns on Wednesday (via Corfu and Athens!), and on Thursday morning at 5am, the airport taxi is waiting in front of the house.


Donnerstag, 25. Juli bis Dienstag, 6. August:
Wir ziehen wieder auf unseren angestammten Balkon bei Dean.
We move back onto "our" balcony at Dean's.
Weihnachtsstimmung: Kurz nach unserer Rückkehr bekommen wir ein Paket mit neuen Fahrradteilen, die wir schon auswechseln müssen. Dave ist also erstmal beschäftigt!
Christmas feelings: Shortly after our return, we receive a package with new bike parts that we have to replace already. Dave's busy for the next while!

Besonders gespannt sind wir auf meinen neuen Lenker, denn mit dem bisherigen war meine Handposition nie so ganz ideal.
We are particularly curious to test my new handlebar because the old one never gave me an ideal hand position.
Ausflug zur Insel Ammouliani mit Dean.
Trip to Ammouliani island with Dean.
Leider sind die Fotos voll unscharf geworden, vielleicht wegen der Vibration auf der Fähre.
Unfortunately, the pictures are not sharp at all, maybe because of the ferry's vibrations.
Trotzdem ist es interessant zu beobachten, wie etwa 50 Fahrzeuge möglichst schnell, aber auch platzsparend auf die Fähre rangieren. Ohne ramponierte Seitenspiegel geht's nicht...
It's quite interesting to watch about 50 vehicles backing onto the ferry, as fast but as tight as possible. That doesn't go without any damaged side mirrors...
Wieder zurück auf "unserem" Balkon. Heute sieht man sogar den Berg Olymp. Da wollen wir morgen rauf!
And back to "our" balcony again. Tonight, we can even see Mount Olympus from here. That's where we would like to go tomorrow!
Kein Schild ohne Aufkleber und Klecksereien.
No sign without any stickers or graffiti.



Kaum sind wir wieder ein paarhundert Meter über dem Meeresspiegel, brauchen wir den Schlafsack und langärmelige Hemden. Was für ein Genuss!
As soon as we climb to a few hundred metres above sea level, we need our sleeping bag and long sleeve shirts again. What a pleasure!

Als kleine Wiedergutmachung für unser traumhaftes, aber inoffizielles Nachtlager räumen wir ein bisschen auf. Immerhin befinden wir uns in einem Nationalpark, da muss doch nicht überall Müll rumliegen!
To make up for our sneaky dream camp spot, we tidy up a bit. We're in a national park after all, so nobody needs all the garbage that's laying around here!
Diesen Haufen und eine Tüte voll Klopapier sammeln wir innerhalb weniger Minuten. Traurig, wie wenig "Naturliebhaber" darüber nachdenken, wie sie sich in der Natur verhalten!
Within a few minutes, we collect this pile and a whole bag full of toilet paper. It's so sad how little "nature lovers" think about their behaviour in nature!
Die größten Kaulquappen, die wir jemals gesehen haben!
Biggest tadpoles we have ever seen!
Auf dem Olymp gelten ziemlich sicher andere physikalische Gesetze. Denn laut unserer Einschätzung hat dieses Wasserloch Minusgrade. Mindestens! Nicht mal Dave hält es länger als ein paar Sekunden aus.
On Mount Olympus, there are different physical laws for sure. Because according to our own estimation, this water hole has at least some minus degrees! Not even Dave can stay in there for more than a couple of seconds.
Wenn wir nur etwas von der Erfrischung mitnehmen könnten!
If only we could take some of the refreshment with us!




Im Dionysios-Kloster auf 850 Metern Höhe.
Inside the Dionysios Monastery on 850 meters altitude.





Ein paar Tage nach der Bergwanderung kommt wieder eine Insel dran: Drenia ist noch kleiner, nicht bewohnt und von anderen Inselchen umgeben, zu denen man rüberschwimmen kann. Man sollte nur drauf achten, den Booten auszuweichen, denn die übermütigen Möchtegernkapitäne, die diese Teile für ein paar Stunden mieten, sind nicht unbedingt auf größtmögliche Rücksichtnahme spezialisiert.
A couple of days after our hike on the mountain, we visit another island: Drenia is really small, uninhibited and surrounded by even tinier islands which you can swim to. Only you have to avoid the boats because the cocky wannabe-captains who rent those things for a few hours are not necessarily specialized in careful consideration.
Blick auf den mächtigen Berg Athos am Ende des ersten "Fingers" von Halkidiki.
View of the mighty Athos Mountain at the end of the first "finger" of Halkidiki.

Wieder zurück in Thessaloniki, stromern wir auch ein paarmal durch die Stadt und genießen das besondere Flair zwischen Mittelmeerküste und steilen Hügeln, ehrwürdigen Altertümern und heruntergekommenen Ecken, Designerläden und Schrotthändlern, wilden Katzen und gemütlichen Polizisten.
Back in Thessaloniki, we roam around the city a few times, enjoying the special flair between mediterranean coast and steep hills, honorable antiquities and run-down corners, designer shops and scrap dealers, wild cats and leasurely police officers.











Neueste Erkenntnisse: Vom Auto aus ist es wirklich schwer, eine Landschaft im Detail wahrzunehmen, und so gut wie unmöglich, mit einer Kultur in Kontakt zu kommen oder so Kleinigkeiten wie eine Trinkpause mit Aussicht zu genießen. Ein Doppelzimmer in Nordamerika reicht locker für 4 Erwachsene, in Europa gerade einmal für zwei. Sowohl in Griechenland als auch in Albanien und Montenegro gibt es noch den Service eines Tankwarts, der auch gleich die Windschutzscheibe putzt. Zwei Wochen Mästung durch die (Schwieger-) Eltern bringt ordentlich Bauchspeck mit sich, aber wir fühlen uns immer noch sehr fit. Klimaanlagen machen krank. Wir geben ordentliche Reiseleiter ab, aber Urlaub ist das keiner. Nach der langen, fürchterlichen Polizeiherrschaft in Albanien legt man heutzutage extremen Wert auf freundliche, hilfsbereite Beamte. Strände schauen aus der Vogelperspektive immer schön aus - wenn man drauf steht, sieht man, wozu die Menschheit fähig ist. Ohne Handyempfang und Ladegerät kriegt man ungewollt viel mehr von der Reise mit. Eine Auszeit vom Fahrradfahren tut gut, aber jetzt freuen wir uns auf die nächste Etappe!
Sprachfüchse: Wem sind die unterschiedlichen Varianten von Tunell/ Tunnel aufgefallen?
Rätselfreunde: Jedenfalls wissen wir immer noch nicht genau, wie viele es sind - so um die 75.
Newest insights: It's really difficult to take in a countryside from the car, and nearly impossible to get into contact with any culture or appreciate little things like a drink break with a view. A "double room" in North America easily fits 4 adults whereas in Europe, it's really only for two people. You still get the service from a petrol pump attendant in Greece, Albania and Montenegro, and they even clean your windshield at the same time. Two weeks of being fed by our parents (in law) leaves some obvious traces around our mid section but we still feel pretty fit. Air conditioning makes us sick though. We make fairly good tour guides, but it's not a lazy holiday. Beaches always look so beautiful from the bird's eye view - when you're standing on them you see what humans are capable of. It does good to take a break from cycling but now we're looking forward to the next leg of our journey!
Language nerds: There are two different versions in German to spell and pronounce tunnel: In the South, you often find "das Tunell, die Tunelle", in the North, it's "der Tunnel, die Tunnel(s)".
Mystery solvers: Anyway, we still don't know exactly how many there are - around 75ish.

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