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Friday, May 17, 2024

Passau bis Bratislava

Here's our journey through the second country of our trip, Austria. We followed the Danube river from Passau to Bratislava, stayed at campgrounds and already met lots of other cyclists.

Das zweite Land unserer Reise liegt hinter uns: Österreich. Wir sind an der Donau entlang von Passau bis Bratislava gefahren, haben immer auf Campingplätzen übernachtet und schon viele andere Radlfahrer kennengelernt.

Freitag, 10. Mai:
Mit lauter frisch gewaschener Wäsche an Bord verlassen wir Passau, und kurze Zeit später per Fähre von Obernzell auch Deutschland. Auf Wiedersehen in ein paar Jahren!
Loaded with clean laundry, we leave Passau, and some time later even Germany - by ferry from this little town called Obernzell. Goodbye and see you in a few years!
Ankunft auf der anderen Seite. Was wir hier wohl für eine exotische Kultur kennenlernen?
On the other side. Wondering what kind of an exotic culture we're going to encounter here?
Der Woiperdingerkoffer ist auch für einen Pizzatransport gut zu gebrauchen!
The instrument case proves to work really well as a pizza carrying device!
Wunderbare Fahrt, hier an der Schlögener Schlinge entlang. Danach wird es auf einmal total flach, und wir kommen besser voran als gedacht.
Fantastic ride along an S-shaped riverbend called Schlögener Schlinge. After that, the path flattens out completely so we easily make much more progress than expected.
Nochmal Speichen nachziehen, damit uns David und Joana aus München leichter wieder einholen können. Die beiden Rennsemmeln haben wir heute kennengelernt und liefern uns ungewollt ein lustiges Rennen mit ihnen...
Dave tightening his spokes again to give David and Joana from Munich the chance to overtake us again. We met those two speed demons today, and by coincidence, we keep passing each other like in a race...
... das sie haushoch gewinnen, weil wir die vorletzte Fähre von Wilhering nach Ottensheim um zwei Minuten verpassen. Am Campingplatz in Linz lachen sie uns schon entgegen.
... which they clearly win because we miss the second to last ferry by two minutes! They wait for us at the campground in Linz, laughing from afar!

Gefahrene Strecke: 100 km
Durchschnitt: 17 km/h
Nachtlager: Campingplatz in Linz


Samstag, 11. Mai:
Alle anderen Radlfahrer brechen in der Früh auf, wir genießen die Ruhe beim Frühstück, halten danach gleich noch ein Schläfchen, gehen einkaufen und freuen uns auf den freien Tag, den wir uns durch die lange Fahrt gestern verdient haben.
In the morning, all the other cyclists leave. Dave and I enjoy a quiet breakfast, take a post-breakfast-nap, go shopping and are looking forward to the day off we earned by going so far yesterday.
Lieblingsplatz in Linz ist der Fitness Park direkt an der Donau. Am frühen Morgen Vogelkonzert, den ganzen Tag über spielende, picknickende, lesende, schlendernde, joggende, sonnenbadende, ratschende, feiernde und trainierende Leute und am Abend Jugendliche, die total ausgelassen ihre Kunststücke in der Halfpipe präsentieren.
Our favourite place in Linz is this fitness park right next to the Danube. There's a bird concert in the early morning, then throughout the day all sorts of playing, picknicking, reading, strolling, jogging, sunbaking, chatting, celebrating and training people, followed by a crowd of youngsters showing off their skills on the halfpipe until late at night.
Blick Richtung Innenstadt.
Linz city centre, seen from the park.
Wir mäandern einfach durch die Stadt und entdecken ein paar besondere Blickwinkel, ...
We stroll through downtown, discovering a few interesting perspectives, ...
... Baustilmix und Spiegelungen. Ansonsten bestehen die Straßenzüge hauptsächlich aus Fressalien- und Modegeschäften, die man überall sonst auch finden würde. Bisschen schade.
... a mix of architectural designs and reflections. Other than that, the streets mainly consist of eateries and chain stores you would find in any other city as well. Oh well.

Am Hauptplatz ist Markt.
It's market day on the main square.
Im Mariendom.
St. Mary's cathedral.
Als wir wieder zum Zeltplatz zurückkehren, sehen wir noch die Reste einer ungarischen Rentnergruppe, die sich hier wohl regelmäßig trifft. Sie haben am Nachmittag an der Lagerfeuerstelle traditionelles Gulasch gekocht, mit Kuhdarm und Schweinehirn, und nebenbei auf unser Zelt aufgepasst. Wir hätten uns zwar eh nix gedacht, aber das finden wir richtig nett!
Sam ist auch schon da, später rollt noch ein älteres Ehepaar aus der Provence daher, und Stéphan aus Quebec gesellt sich mit seinem 7-jährigen Sohn zu uns. Wir ratschen bis 21:30 Uhr - allerhöchste Bettgehzeit für Radlfahrer!
When we get back to the campground, we get to see the last of a group of Hungarian retirees who meet here on a regular basis. They've cooked a traditional goulash on the campfire, with cow intestines and pig brain, and also kept an eye on our tent. We wouldn't have had any fear, but we find them really cute!
Sam is here, too, then an older couple from France rolls in, and later, Stéphan from Quebec and his 7 year old son join us. We chat until 9:30 pm - bed time for cyclists!


Sonntag, 12. Mai:
Das Packen ist heute extrem frustrierend, weil wir gestern so viel eingekauft haben und noch keine richtige Ordnung gefunden haben. Dafür lässt Dave seine ganzen Seifenflaschen einfach in der Dusche stehen, allerdings eher unfreiwillig...
Packing up today is very frustrating after buying supplies yesterday, because we don't have a good system yet. But then, Dave leaves all his soap bottles behind in the shower. Not willingly, though...
Als ausländische Gäste befolgen wir selbstverständlich alle Vorgaben auf Schildern!
Als foreign guests, we follow every sign exactly, of course. Even when a village is named "silly".

Kleine Fahrradfähre nach Mauthausen: Dave muss ganz nach vorne neben die Fahrerkabine und blockiert die dazu gehörende Tür, so dass der Kapitän eingesperrt ist. Ich reiche das Fahrgeld der anderen Radlfahrer weiter und das Wechselgeld zurück.
Small bike ferry to Mauthausen: Dave has to go to the very front, blocking the captain's way out of his cabin. I pass on the other passengers' ticket money and their change in the other direction.
Überhaupt ist das eine sehr lustige Gruppe auf dem Boot. Wir lernen Kurt und Gerda aus der Schweiz kennen, und noch ein weiteres älteres Ehepaar auf E-Bikes, das uns auf der Fahrt hierher Windschatten spendiert hat und jetzt den Tipp gibt, am Nordufer weiterzufahren.
It's a very fun group on the boat. We meet Kurt and Gerda, two Swiss cyclists well in their seventies, and another elderly couple on E-bikes who gave us wind shadow before and now recommend staying on the north side of the river.
Überraschungs-Lieblingsort Grein an der Donau: Wir verlieben uns auf Anhieb in die fröhliche Stimmung hier, in das schöne Gras auf der Zeltwiese und in den alten Ortskern mit seinen schön restaurierten, aber keineswegs überkandidelten Häusern.
Surprising favourite town: Grein an der Donau. We fall in love with the good mood here, the nice grass on the campground and the historic town centre with its beautifully renovated buildings.
Nach der anstrengenden Fahrt heute bei Gegenwind tut so ein gemütlicher Abendspaziergang richtig gut!
It feels so good to walk around in the evening after the hard work against the head wind today!

Gefahrene Strecke: 64 km
Durchschnitt: 17 km/h
Nachtlager: Campingplatz in Grein ⭐


Montag, 13. Mai:
Boa, der Gegenwind hat heute nochmal einen Zahn zugelegt! Es ist wieder eine sehr schöne, aber anstrengende Fahrt, teilweise an der Bundesstraße entlang.
Whoa, the headwind has taken up some speed again! It's a beautiful but exhausting ride today, partly along a highway.
Mittagspause: Die zehn Sekunden vom Selbstauslöser reichen nicht ganz, dass ich mich zu Dave setze. Aber ich bin zu k.o., um nochmal schneller zu rennen!
Lunch break: Ten seconds are not quite enough time to press the button of the camera and sit down next to Dave. But I'm too tired to run again faster now!
Schon von weitem sieht man das Stift Melk zwischen den Bäumen hindurch.
The abbey of Melk can bee seen through the trees from far away.
Wir überqueren die Brücke in der Hoffnung auf etwas Windschatten durch den Uferbewuchs...
We cross the bridge here, hoping to get some wind shadow from the trees...
... und bei genauerem Hinsehen (anklicken und vergrößern) sieht man links die Windhose, die 28 km/h anzeigt. Kein Wunder, dass wir uns so plagen müssen!
... and if you look closely (click to enlarge), you can see the windsock showing 28 kph. No wonder it's such hard work today!
Die Wachau zeigt sich wunderschön und gastlich, allerdings nicht für Leute mit Zelt, weil alle Weinberge und Obstplantagen eingezäunt sind und es sonst nur Hotels und Pensionen gibt. Wir treffen Sam an der Straße, der hat es mit seiner Hängematte leichter. Für uns wird es eine längere Sucherei, bis wir in Krems endlich fündig werden.
The area of Wachau is pretty and accommodating as always, but not so much for tents. The vineyards and fruit plantations are all fenced in, and apart from that, you find only hotels and private guest houses. We run into Sam again who can find a spot for his hammock easily. It takes us a while to finally reach a campground in Krems.
Direkt vor der Rezeption ist das kleine Zeltwieserl, auf dem sich heute Nacht 12 Zelte drängen. Wir bekommen sogar genaue Anweisungen, wo wir uns hinstellen dürfen und wo wir die Räder parken sollen, damit noch ein paar dazwischen passen. Naja. Dafür haben wir W-Lan im Zelt, auch nicht so schlecht!
The tenting area is right in front of reception, and we share it with more than ten other tents tonight. We even get told exactly where to set up our tent and where to leave the bikes to make room for more. Oh well. On the other hand, we've got WiFi in bed. That's alright then!

Gefahrene Strecke: 81 km
Durchschnitt: 15,25 km/h
Nachtlager: Campingplatz in Krems


Dienstag, 14. Mai:
Links ist Osten, da sollte die Donau eigentlich hinfließen. Die Wellen rollen aber eindeutig in die falsche Richtung und tragen sogar weiße Schaumkronen. Manche Böen bremsen uns heute auf unter 9 km/h runter.
The Danube should be flowing to the left, meaning east. But clearly, the waves are rolling in the wrong direction, with white crowns on the top. Some gusts of wind slow us down to under 9 kph today!
Schon mittags sind wir so geschafft, dass wir die Räder an einem Biergarten parken, uns ein Radler gönnen...
At lunchtime, we're so exhausted that we park the bikes at a beer garden, treat ourselves to a nice cold shandy each...
... und voll einpennen. Klar, so ein Strandkorb ist aber auch zu verlockend!
... and fall asleep in this cosy beach chair.
Drei Flüsse nebeneinander, und der mittlere läuft in die andere Richtung?? Wir nähern uns dem Donaukraftwerk Altenwörth und wundern uns erst. Des Rätsels Lösung ist eine künstlich angelegte, 12 km lange Fischtreppe, die ums Kraftwerk rumgeht.
Three rivers side by side, and one of them going in the opposite direction?? We're approaching the Danube powerstation of Altenwörth, wondering what's going on here. A sign tells us they made this 12 km long artificial river around the power station to allow fish to migrate.
Der Campingplatz in Tulln ist wesentlich teurer als alle anderen bisher, und jeder neue Radlfahrer, der auf die Zeltwiese kommt, sucht verzweifelt nach einer einigermaßen ebenen Fläche. Naja. Dafür treffen wir "alte Bekannte" von gestern wieder, mit denen wir uns unterhalten. Außerdem ist gleich in der Nähe ein Badesee, allerdings noch etwas zu kalt zum Reinspringen. Wir gehen in Tulln spazieren und genehmigen uns einen Eisbecher.
Camping in Tulln is much more expensive than all other places so far, and every new cyclist who arrives at the tent area is disappointed by the hard, uneven ground. Too bad. On the other hand, we meet some "old friends" from yesterday and chat with them. And there's a swimming lake next to the campground, too cold to jump in though. Dave and I walk downtown, rewarding ourselves with some ice cream.

Gefahrene Strecke: 49 km
Durchschnitt: 14 km/h
Nachtlager: Campingplatz in Tulln


Mittwoch, 15. Mai:
Die restliche Fahrt bis Wien ist eher weniger fotogen, aber gut machbar. Zum Brotzeitmachen parken wir in einem Park, wo uns gleich ein Radlfahrer auf Daves Anhänger anspricht und uns Hilfe anbietet, falls wir was bräuchten. Richtig netter Empfang für Wiener Verhältnisse!
Danach geht's sofort zum Campingplatz, wo es genauso freundlich weitergeht: Erst unterhalten wir uns mit einem Rumänen an der Rezeption, der auch schon viel gereist ist (am liebsten in "zivilisierten Ländern" - seine Worte! -  also Westeuropa) und überhaupt nicht glauben kann, dass es uns nach Osten zieht. Auf dem Weg zur Zeltwiese sehen wir so gut wie jedes deutsche Autokennzeichen, und eines davon entlockt mir ein spontanes "Hey, Landshuter! Servus!" - worauf aus dem dazu gehörenden Wohnmobil ein begeisterter Begrüßungsjubel tönt, als wären wir auf der anderen Seite der Erde. Keine halbe Stunde später besuchen uns Hans und Helga auf der Zeltwiese und ziehen zwei Flaschen gekühltes (!) Erdinger ausm Rucksack.
The rest of the way to Vienna is less beautiful but still really doable. We stop in a park to have lunch when a cyclist asks Dave about his trailer and offers us help in case we need something. That's a very lovely welcome, Vienna usually won't try so hard.
After that, we go to the campground right away, where again, we are greeted very friendly: First, we chat to a Romanian guy at reception, who has travelled a lot in Western Europe (the "civilized" world, as he calls it) and cannot believe we want to go East. On our way to the tenting area, we see number plates from all over Germany. One of them makes me go "Hey, Landshuters! Hi!" spontaneously - followed by a very exited cheer from inside the camper van attached to that number plate. As if we were on the other side of the world or something! Merely half an hour later, Hans and Helga from Landshut visit us with a backpack and pull out two bottles of cold (!) beer from home.
Mit der U-Bahn fahren wir in die Innenstadt, steigen einfach irgendwo aus und stiefeln in irgendeine Richtung los. Wir genießen es, dass wir Zeit haben und das Touristenprogramm nicht mehr absolvieren müssen. Ein Park voller bunter Leute jeden Alters gefällt uns, aber bevor wir uns dazu pflanzen, besorgen wir uns noch ein ordentliches Mittagessen:
Dave and I go downtown by underground train, get off somewhere and aimlessly wander around. We love having time to explore the city without having to do the usual tourist stuff. There's a park full of all sorts of people of all ages we like, but before plunking down on the grass, be buy some proper lunch:
Je einen Eimer Eis und einen Fertiglattemacchiato ausm Kühlregal beim BILLA - ein wahrer Gaumenschmaus!
A bucket of ice cream and some ready-made coffee from the cooling aisle at the supermarket - what a delicious meal! Thanks for the genius idea, Sam!
Selfie vor der Votivkirche. Schaut eh aus wie der Stephansdom, also fast. Wir liegen einige Zeit im Gras und beobachten Leute, danach bummeln wir noch ein bisschen durch die Straßen. Erstmal wirken die Gebäude alle wie geschleckt. Aber in den Nebenstraßen entdecken wir dann doch auch Graffiti, eingeschlagene Scheiben und leerstehende Wohnungen oder Geschäftsräume.
Am Abend kommt unser rumänischer Freund mit einer Flasche Wein vorbei, die wir leider ablehnen müssen, weil wir sonst morgen keinen Meter fahren können. Aber ratschen geht natürlich immer! Dann steht auf einmal Tim da, den wir seit Passau nicht mehr gesehen haben, und lädt uns in seine "Küche" ein. Wir sitzen da und reden, Dave wird etwas Gewicht in Form einiger Schraubenmuttern los, dann gesellt sich Clemence aus Frankreich zu uns, die vom Schwarzwald ans Schwarze Meer fährt, und später kommt noch Sam. War irgendwie klar, oder?
This is our selfie in front of a church. Looks like the famous St. Stephan's cathedral, almost. We lay on the grass for a while, watching people, then stroll around the streets some more. At first glance, the buildings all look super clean and fancy. But in some alleys, we discover some graffiti, broken windows and empty appartments and shops after all.
Back at the campsite at night, our Romanian friend visits us with a bottle of wine which unfortunately, we have to decline, or else we won't ride a single metre tomorrow. But chatting is always nice! Then suddenly, Tim is there whom we haven't seen since Passau, inviting us to his "kitchen". We sit there talking, Dave lightens his luggage by giving away some screws, then Clemence from France joins us. She is on her way to the Black Sea from the beginning of the Danube in the Black Forest. And of course, Sam is here again. That was to be expected, right?

Gefahrene Strecke: 40 km
Durchschnitt: 15 km/h
Nachtlager: Campingplatz in Wien


Donnerstag, 16. Mai:
Frühstück zu fünft, das passiert uns nicht oft. Aber Sam, Clemence und Tim sind ähnlich gemächlich aufgelegt wie wir, und so wird es wieder eine lustige Runde, bevor es Zeit wird aufzubrechen. Tim fährt über Zagreb weiter - mal sehen, wann wir ihm wieder über den Weg laufen!
Breakfast with five people, we don't have that often. But Sam, Clemence and Tim are similarly chilled out as we are in the morning, so it turns into a fun party again before it's time to go. Tim heads towards Zagreb, so we are curious when we will see him again!
Kurz vor Bratislava müssen wir über eine fast 2 Kilometer lange Brücke schieben, weil der Seitenwind einfach zu krass ist. Danach folgt eine Umleitung ohne Beschilderung - da taucht Clemence auf und lotst uns weiter. Auf dem restlichen Weg nach Bratislava regnet es, aber wir haben uns ja Wetteränderung gewünscht!
Just before Bratislava, we have to walk our bikes across this nearly 2 km long bridge because of the side wind. After that, the bike path is blocked off, and no signs tell us where to go - when Clemence turns up and guides us. The rest of the way to Bratislava it rains, but we were all hoping for some different weather!
Für heute Abend haben wir uns bei einem Warmshowers-Gastgeber angemeldet, der in einem kleinen Vorort wohnt. In einem Café laden wir uns die Wegbeschreibung auf den Tacho, dann kommt der anstrengendste Teil von heute: 13 Kilometer durch den Stadtverkehr, hauptsächlich bergauf und mit vielen unklaren Stellen, an denen wir umdrehen müssen.
Der Empfang bei Henryk lässt uns all dies schnell vergessen: Wir rollen einfach in die Tiefgarage, laden unseren Krempel in den Aufzug, und während wir duschen, kocht er Risotto. Was für ein toller Abend!
We have found a warmshowers host for tonight in a suburb of Bratislava. In a café, we download the navigation instructions to my bike computer before taking the biggest challenge of today: 13 km of city traffic, mostly uphill and with many unclear situations where we have to turn around.
Henryk's welcome makes up for that instantly: We simply roll into the underground parking, load our stuff into the elevator, and while we have a shower, he cooks a risotto. What a wonderful evening!

Gefahrene Strecke: 76 km
Durchschnitt: 15,6 km/h
Nachtlager: Bei Henryk in Bratislava (Warmshowers I.)

Neueste Erkenntnisse: Kartenzahlung ist in Österreich alles andere als selbstverständlich. Auch wenn man ständig ostwärts fährt, sollte man sich den linken Arm gut mit Sonnencreme einschmieren. Wenn hinter uns plötzlich jemand "GET OUT OF OUR WAY!!" brüllt, ist es wahrscheinlich Joana. Hofer entspricht dem Aldi, Billa ist eher so wie der Edeka. Wien tut immer so grantig und abweisend, aber es kann doch richtig nett und fröhlich sein. Gegenwind ist Sch****, erstmal. Aber er verbindet auch, weil er ein Gesprächsthema liefert und wirklich jeder auf dem Radlweg damit zu kämpfen hat, der Richtung Osten fährt. Humor ist, wenn ein Musiker bei einer ernsthaften politischen Kundgebung zwischendrin die lustige Jodelmelodie der österreichischen Polizeisirene nachahmt. Von Westen nach Osten wird der Dialekt deutlich langsamer.
Newest insights: Card payment in Austria is not available everywhere. Even when you cycle eastwards only, you should apply sunscreen lotion to your left arm. If someone is shouting "GET OUT OF OUR WAY!!" behind us, it's probably Joana. Hofer is a discounter like Aldi, Billa the more properly sorted supermarket like Edeka. Vienna always tries to come across as grumpy and distant, but it can be really lovely and cheerful. Oncoming wind is sh**, at first. But it also connects strangers because it's a conversation opener, and really everyone travelling in our direction is struggling with it. You know somebody has a sense of humour when at a serious political demonstration, a musician echoes the funny Austrian police cars' yodelling melody. From West to East, the Austrian dialect gets slower and slower.

Wednesday, May 8, 2024

Auf geht‘s, packma‘s!

Let's go! Three weeks of delay - that's not too bad for us, is it? Especially considering the amount of work we still had to get done during those weeks at my parents' place. We're quite desperate for a rest right now, but it's really time to get going before we think twice about our departure... After all, my Mom has been spoiling us with heaps of delicious food for weeks!

Drei Wochen Verspätung - gar nicht so schlecht für uns, oder? Vor allem, wenn man bedenkt, was wir in dieser Zeit noch alles erledigt haben. Eigentlich bräuchten wir jetzt dringend Urlaub, aber es wird wirklich Zeit, endlich aufzubrechen, bevor wir es uns noch anders überlegen... Schließlich werden wir daheim von meiner Mama seit Wochen mit lauter Schmankerln verwöhnt!

Samstag, 4. Mai:

Nach einem langen, lustig-traurigen und chaotischen Abschied von daheim sind wir um halb 4 nachmittags so weit:
After a long, hilarious-sad and chaotic goodbye from home, we're finally ready to go at half past 3 in the afternoon:
Gleich in Taufkirchen legen wir in der Eisdiele die erste Pause ein, denn vor lauter Wuslerei brachten wir mittags keinen Bissen vom besten Schweinsbraten der Welt runter. Außerdem müssen alle Speichen nachgezogen werden, denn durch das Gewicht an den Rädern schlackern wir ganz schön:
After only 5 kilometres, we take our first break at the ice cream shop in Taufkirchen, because at lunchtime,  we were still so frantic that we couldn't eat any of the best pork roast in the world. Apart from that, all the spokes need to be tightened. Because of the weight of our bikes, the wheels wobble like crazy already:

Viermal bleiben wir heute unterwegs stehen und ziehen die Speichen nach. In Dorfen besuchen wir meine Tante und meinen Onkel, und zum kleinen Terrassenkonzert hole ich noch meine Freundin Christine aus derselben Straße mit ihrer Familie dazu. Auf der Weiterfahrt nach Heldenstein wird es dunkel, aber wir finden uns gut zurecht. Und die Aussicht auf einen Grillabend mit der Familie unserer Freundin Janina treibt uns natürlich stark an!
We stop four times today to tighten the spokes. In Dorfen, we visit my aunt and uncle for a little concert on their patio. I run and fetch my friend and her familiy as well since they only live three doors down the same street. It gets dark on our way to Heldenstein, but we find our way without any problems. And the prospect of having a nice barbecue with another friend and her family pushes us along of course!

Gefahrene Strecke: 41 km
Durchschnitt: 15 km/h
Nachtlager: im Garten bei Freunden in Heldenstein


Sonntag, 5. Mai:
Sonnenaufgang vom Zelt aus. So kann's gern weitergehen!
Sunrise from the tent. We could get used to that!

Verschnaufpause in Altötting
Short little breather in Altötting, a famous pilgrims' destination in Bavaria
Willkommensplakat am Haus meines Cousins und seiner Familie. Wir verbringen einen saulustigen Nachmittag und Abend zusammen.
My cousin and his family welcome us to their house with this poster. We spend a very fun afternoon and evening together.

Gefahrene Strecke: 34 km
Durchschnitt: 17 km/h
Nachtlager: Daves Traumkinderzimmer mit Lego-Technik und thematisch passender Bettwäsche in Neuötting


Montag, 6. Mai:
Mister World träumt vom Legobauen!
Mister World, dreaming about Lego in the perfect children's room!

Wir verschieben unsere Weiterfahrt, weil Dave das Liegerad meines Cousins noch fertig reparieren will - und zwar mit einem Teil, das bei meinen Eltern daheim in einer Schachtel lagert. Ein Anruf bei meiner Schwester, und schon wird aus der Übernachtung hier ein spontanes Familientreffen. Warum haben wir das jahrelang nicht gemacht, wenn es so schnell und einfach geht?
We postpone our departure because Dave wants to finish repairing my cousin's recumbent bike - with a part that we left in one of the boxes at my parents' house. All it takes is one phone call to my sister, and our simple sleepover grows into a spontaneous family gathering. Why haven't we done this in years when it can be arranged so quickly and easily?


Dienstag, 7. Mai:
Obwohl wir noch gar keine langen oder mords anstrengenden Radltage haben, geht's schon los mit den plötzlichen Heißhungerattacken während der Fahrt. Gut, dass wir speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmte Sportnahrung dabei haben!
Although we haven't been doing any long or crazy hard days on the bike yet, the sudden craving attacks already get to us. It's a good thing we brought sports nutrients that are specifically made for cyclists' needs (Knoppers - what everybody has at 9:30 am every day)!

Der Sturm gestern Abend hat ganz schöne Schäden angerichtet. Zum Glück waren wir nicht im Zelt!
There was a heavy thunder storm last night which has caused quite some damage. Luckily, we were not in our tent!
Große Erleichterung nach dem Mittagessen in Braunau, wo ich beim Bezahlen das Fehlen meiner EC-Karte festgestellt habe: Die muss wohl vorgestern irgendwie in meiner Jackentasche gelandet sein!
What a relief after our lunch break in Braunau, where I found that my bank card was missing when I tried to pay: It must have found its way into my jacket pocket two days ago!

Am Nachmittag erreichen wir Rotthalmünster, wo wir bei meiner Taufpatin und meinem Onkel übernachten dürfen. Wir genießen zum vorerst letzten Mal das Familien-Verwöhnprogramm, ratschen viel und besichtigen auf einer kleinen Spritztour nicht nur das neue Haus meines Cousins, sondern sehen sogar einen Emu und ein Wallaby. Hätte ich den Fotoapparat mitgenommen, könnten wir uns den Weg nach Australien einfach sparen!
In the afternoon, we arrive at my aunt's and uncle's house in Rotthalmünster. For the last time in a long time, we enjoy being pampered and taken care of by family, chat a lot and visit my cousin's new house. On the drive back, we get to see an emu and a wallaby. If I had taken the camera with me, it could have saved us the trip to Australia!




Gefahrene Strecke: 60 km
Durchschnitt: 15 km/h
Nachtlager: bei meiner Tante und meinem Onkel in Rotthalmünster


Mittwoch, 8. Mai:
Bis zum Inn zurück bekommen wir Begleitschutz - ab dann sind Dave und ich auf uns alleine gestellt.
My aunt and uncle accompany us back to the Inn river - and from there on, it's only Dave and me.

Ab Schärding fahren wir auf der österreichischen Seite des Inns, weil die Beschilderung der Radwege hier erfahrungsgemäß besser ist als in Deutschland. Dafür müssen wir ein paarmal schieben und sogar eine Treppe runter!
In Schärding, we choose to ride on the Austrian side of the Inn river because in our experience, signposting here is better than in Germany. The pathway itself on the other hand is not really what we're after!
Unterwegs gabeln wir Sam aus Australien auf, der seit einem Jahr durch Europa tourt und jetzt "nur noch" bis Budapest fährt, dann Tim aus München, der auf dem Weg nach Tokio ist, und auf dem Zeltplatz in Passau treffen wir noch Benjamin aus Freiburg, der ans schwarze Meer radelt, und David aus Prag, auf dem Weg nach Bratislava. Wir sind also in guter Gesellschaft!
We meet Sam from Australia, who has been touring through Europe for a year and "only" has to go to Budapest now. Then Tim from Munich who is on his way to Tokyo. Also Benjamin, who is riding from the Black Forest to the Black Sea. And David from Prague, who is going to Bratislava by bike. We are in good company!

Gefahrene Strecke: 53 km
Durchschnitt: 16 km/h
Nachtlager: Zeltplatz an der Ilz in Passau (wie auch schon vor 10 Jahren!)


Donnerstag, 9. Mai:
Morgendliche Ruhe auf dem Zeltplatz, während um uns herum alle packeln und kruscheln. Wir bleiben heute hier, damit sich mein Handgelenk nach einem kleinen Sturz gestern erholen kann.
Enjoying the peaceful morning on the campground while everybody around us is packing up and leaving. We stay another day so that my wrist can get some rest after a little wipe out yesterday.
Vatertags-Grüße aus einer Bäckerei in Passau
A special Father's Day pretzel, found in a bakery in Passau
Wir gehen in der Stadt spazieren und genießen die entspannte Stimmung hier trotz des Feiertags-Gewimmels. Leider wird die Orgel im Dom St. Stephan gerade renoviert, deshalb fällt das obligatorische Orgelkonzert diesmal aus.
We stroll around downtown Passau, enjoying the relaxed mood here although it's a holiday with many tourist groups. Unfortunately, the biggest church organ of the world is being renovated at the moment, so we have to go without the obligatory concert this time.
Auch obligatorisch: Selfie am Dreiflüsseeck. Unser Highlight vom letzten Mal, das pedalbetriebene Karussell auf dem Spielplatz, gibt es nicht mehr. Sehr schade!
Another obligatory thing: the selfie at the tip of downtown Passau where three rivers meet. There's a children's playground nearby, but our highlight from ten years ago, a pedal powered mary-go-round, is gone. Too bad!

Ansonsten verbringen wir den Tag mit Taschen umorganisieren, Räder inspizieren, Wäsche waschen, Wäsche auswringen, Wäsche trocknen, Musik spielen, Wäsche trocknen, Blog schreiben, Wäsche trocknen, Schläfchen halten und Wäsche trocknen.
Other than that, we spend our day reorganising the panniers, inspecting the bikes, washing laundry, wringing out laundry, drying laundry, playing music, drying laundry, writing the blog, drying laundry, having a nap and drying laundry.

Neueste Erkenntnisse: Es gibt Waschprogramme, die dauern länger als die Zeit, die man sich mit 2 Euro erkauft. Wenn die Zeitschaltuhr den Strom ausschaltet, hört die Maschine halt einfach da auf, wo sie grade ist. Es gibt Trockner mit Wasserschublade, die man nach jedem Einsatz ausleeren sollte.
What we‘ve learnt so far: There are washer programs that take longer than the time you buy with 2 Euros. When the power gets cut off by the timer, the machine stops wherever it is at the moment. There are dryers with water drawers that you should empty after every use.

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